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Politik Putin verurteilt US-Luftangriff in Syrien
Nachrichten Politik Putin verurteilt US-Luftangriff in Syrien
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11:07 07.04.2017
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den US-Luftangriff in Syrien verurteilt. Quelle: dpa
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Moskau

Der russische Präsident Wladimir Putin hat das US-Bombardement gegen syrische Regierungstruppen in der Nacht zu Freitag als Angriff auf die Souveränität Syriens verurteilt. „Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Bei dem Angriff handele es sich um den Versuch, von den zivilen Verlusten im Irak abzulenken.

Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UN-Organisation bestätigt. Als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff der Syrer haben die USA in der Nacht auf Freitag einen Militärflugplatz mit Marschflugkörpern bombardiert.

Russland droht den USA mit Konsequenzen

„Der US-Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt untergräbt nicht nur die Bemühungen im Kampf gegen den Terror, sondern ist auch ein Angriff auf ein Mitglied der Vereinten Nationen. Russland verlangt eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates“, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament, Viktor Ozerov laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA. Er drohte den Vereinigten Staaten mit dem Ende der Zusammenarbeit in Syrien. Bereits vor dem geplanten Angriff hatte der Kreml vor ernsthaften Konsequenzen gewarnt.

Auch eine geplante russisch-amerikanische Anti-Terror-Einheit solle laut Angaben des russischen Senators Konstantin Kosachev es nicht geben. Alles habe so gut angefangen. „Was für eine Schande“, schrieb der Vorsitzende im Außenausschuss des Oberhauses des russischen Parlaments bei Facebook. Russische Marschflugkörper träfen Terroristen, amerikanische hingegen träfen Streitkräfte des syrischen Regimes, die den Kampf gegen die Terroristen führen.

Laut Angaben des Pentagons, habe das Verteidigungsministerium Moskau vor dem Luftangriff in Kenntnis gesetzt. So sollte vermieden werden, dass bei dem Luftschlag russische Soldaten verletzt werden. Ob die russische Regierung ihre syrischen Verbündeten ebenfalls vor dem drohenden Bombardement warnte, war zunächst unklar. Auf eine „Genehmigung aus Moskau“ habe man allerdings nicht gewartet, betonte die US-Regierung.

Von RND/dpa/are

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