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Politik Rechte gegen Rechten: „Thügida“ plant Demo gegen AfD-Mann Björn Höcke
Nachrichten Politik Rechte gegen Rechten: „Thügida“ plant Demo gegen AfD-Mann Björn Höcke
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14:55 18.10.2018
Lautsprecher: der Thüringer Partei- und Fraktionschef der AfD, Björn Höcke. Quelle: Christian Charisius/dpa
Bornhagen

Beobachter der rechten Szene im Eichsfeldkreis haben die Thügida-Ankündigung einer Demonstration in Bornhagen, die seit Montag auf der Facebook-Seite „Wir lieben Sachsen / Thügida“ gepostet wurde, zunächst für Satire gehalten. Die Gemengelage, ultrarechte bis rechtsextremistische Gruppen demonstrieren gegen den ultrarechten Thüringer AfD-Landeschef Höcke, schien zu unwahrscheinlich.

Doch Satire ist es keineswegs. Seit Dienstag liegt der Verwaltung des Landkreises Eichsfeld im Westen Thüringens eine entsprechende Ankündigung für eine Demo vor. Eine Polizeisprecherin bestätigt das. Als Veranstalter treten die rechte Partei „Die Republikaner“ und die rechtsextreme Vereinigung Thügida auf. Anmelder sind Jens Wilke und David Köckert. Nach Auskunft einer Landkreissprecherin erwarten die Veranstalter rund 50 Teilnehmer. Geplant ist eine dreistündige Demonstration, die um 15 Uhr am Parkplatz unterhalb der Burg Hanstein beginnen soll und dann vorbei an Höckes Wohnhaus und Gasthof Klausenhof zum Gemeindezentrum und durch den Bauernweg wieder zurück ziehen soll.

Björn Höcke distanziert sich von Thügida

Anlass der Thügida-Demo gegen Höcke dürften dessen Äußerungen auf dem Landesparteitag der AfD am Sonnabend in Arnstadt sein, bei dem der Wortführer des ultrarechten Parteiflügels mit 84,4 Prozent der Stimmen zum AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019 gewählt worden ist. Vor dem Hintergrund einer möglichen Beobachtung seiner Partei durch den Verfassungsschutz sagte Höcke unter anderen, dass die AfD in Thüringen eine politische Grenzziehung praktiziere: „Pegida bleibt für uns ein natürlicher Verbündeter. Mit Thügida haben wir nichts zu tun“, sagte Höcke. Maßgebliche Vertreter des Thüringer Pegida-Ablegers werden unter anderem vom Thüringer Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.

Demo vor Höckes Wohnhaus in Bornhagen

Das „Zentrum für politische Schönheit“ erregte im November Aufsehen mit einer Kunstaktion vor Höckes Haus in Bornhagen in Thüringen. Quelle: mib

In dem Demoaufruf von Thügida wird Höcke zwar namentlich zunächst nicht erwähnt. Dort heißt es mutmaßlich in Anspielung auf den Geschichtslehrer Höcke aber: „Was gewisse Pädagogen, vermeintliche Heilsbringer, jetzt allerdings gerade abziehen, ist nichts anderes als Verrat. Verrat an der Basis, Verrat am Volk. Wohlgemerkt, am Volk, welches es überhaupt erst ermöglicht hat, an die Futtertröge des Kapitals zu gelangen.“ Am Donnerstag veröffentlichte David Köckert zusätzlich auf Twitter eine Videobotschaft, in der er explizit Bezug nimmt auf Höcke.

Die Polizei in Nordhausen bereitet derweil den Einsatz am Sonntag vor. Die Sicherheitsbewertung durch das Landeskriminalamt liege aber noch nicht vor.

Linke Gruppen sind verunsichert, wie sie mit der Situation in Bornhagen umgehen sollen. Einige fürchten, eine Gegendemo gegen den Thügida-Aufmarsch könnte als Solidarität für Höcke interpretiert werden. Polizei und Landkreis haben derzeit keine Kenntnisse über geplante Gegenaktionen.

Köckert unterstützt Wilke, inzwischen Europawahlkandidat für die rechten Republikaner, schon seit Zeiten des von Wilke ins Leben gerufenen „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“. Er gilt in der Szene als gut vernetzt. Köckert, Wilke und Alexander Kurth mobilisierten im September über die sozialen Medien sowohl für rechtsextreme Aufmärsche in Chemnitz als auch nach Köthen. Köckert und Wilke nutzten in Köthen die Gelegenheit für eine Rede. Dort schwadronierte Köckert vor den versammelten Neonazis vom „Rassenkrieg gegen das deutsche Volk“.

Von Michael Brakemeier/RND

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