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Rekord-Run auf die Unis: Fast 2,8 Millionen Studenten

Hochschulen Rekord-Run auf die Unis: Fast 2,8 Millionen Studenten

Der Andrang auf die Unis hält an: Noch nie gab es in Deutschland so viele Studierende wie im Wintersemester 2015/16. Die Hochschulen fordern die Politik daher auf, finanziell nachzusteuern.

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Die Zahl der Studierenden im auf den Rekordwert von fast 2,8 Millionen gestiegen.

Quelle: Swen Pförtner/Illustration

Wiesbaden/Berlin. Die Zahl der Studenten ist im laufenden Wintersemester auf einen Rekordwert von fast 2,8 Millionen gestiegen. Das waren noch einmal 2,2 Prozent oder gut 60 000 Studenten mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

Bei den Erstsemestern gab es im Gesamtstudienjahr 2015, also Sommer- und Wintersemester, zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang. Das Minus fiel mit 0,2 Prozent allerdings gering aus. 503 600 Menschen nahmen im laufenden Jahr erstmals ein Studium auf. Ein wichtiger Grund für den Rückgang: das Ende der doppelten Abiturjahrgänge.

Der Anteil der Frauen an den Studierenden insgesamt steigt seit Jahren leicht und erreichte in diesem Wintersemester 48 Prozent. Unter den Studienanfängern nahm der Frauenanteil 2015 auf 50,2 Prozent zu. Fast zwei Drittel der Studenten waren zuletzt an den Universitäten eingeschrieben, ein Drittel an Fachhochschulen.

Entgegen dem Trend verzeichneten die fünf östlichen Bundesländer (ohne Berlin) im Wintersemester einen Rückgang bei den Studenten. Im Westen verringerte sich die Zahl der Studierenden nur in Rheinland-Pfalz. Den größten prozentualen Zuwachs verbuchte Niedersachsen, gefolgt vom Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) wertete den Studenten-Rekord als Zeichen für die Attraktivität der deutschen Hochschulen. Dies solle auch so bleiben: "Wir wollen die Studierenden dabei unterstützen, erfolgreich ihren Weg zum Abschluss zu gehen. Mit dem Hochschulpakt haben Bund und Länder deshalb Vorsorge getroffen und finanzieren die zusätzlichen Studienplätze. Zugleich verbessern wir mit dem Qualitätspakt Lehre die Studienbedingungen."

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, sprach von einer "permanenten Hochleistung für die Bildung in Deutschland". Im Rahmen des Hochschulpakts für die Phase 2011-2015 hätten sich Bund und Länder auf eine gemeinsame Finanzierung für die erwarteten zusätzlichen Studienanfänger geeinigt.

Hippler mahnte: "Für diesen Zeitraum war man ursprünglich von 245 000 zusätzlichen Studienanfängern gegenüber 2005 ausgegangen. Tatsächlich sind es jetzt über 720 000." Die Politik müssten nun "auch für aktuelle und künftige Mehrbedarfe an Studienplätzen" eine Finanzierung sichern.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), Achim Meyer auf der Heyde, forderte, die Kapazitäten in Wohnheimen, Mensen, Cafeterien und Beratungsangeboten müssten den Studentenzahlen folgen. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die wichtigste Ansage ist, dass wir die Studierenden und dann demnächst auch die Flüchtlinge unterbringen müssen. Dass wir für sie Betreuungs- und Beratungsangebote brauchen. Bund und Länder müssen sich zusammensetzen und - wie bei den Hochschulpakten - auch in die soziale Infrastruktur investieren."

Für die Linke im Bundestag kritisierte die Hochschulexpertin Nicole Gohlke: "Es fehlt an unbefristetem und adäquat bezahltem Lehrpersonal, an der Ausstattung von Bibliotheken und Hörsälen und an bezahlbarem studentischen Wohnraum." Es bedürfe einer verlässlichen, bedarfsgerechten Finanzierung der Hochschulen.

Der grüne Hochschulpolitiker Kai Gehring sagte: "In jedem Jahr seit 2007 war die Nachfrage nach Studienplätzen höher als geplant und der Hochschulpakt unterdimensioniert. Durch Zehntausende studierfähige Flüchtlinge wird sich diese Entwicklung weiter verstärken, und darauf muss Bildungsministerin Wanka endlich reagieren."

dpa

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