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Politik SPD-Streit um Europawahlliste: Rückzug von Luisa Boos
Nachrichten Politik SPD-Streit um Europawahlliste: Rückzug von Luisa Boos
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12:23 07.12.2018
Generalsekretärin der SPD Baden-Württemberg, Luisa Boos Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Berlin

Im Streit um die Aufstellung der SPD-Kandidaten für die Europawahl am 26. Mai hat die Nachwuchshoffnung aus Baden-Württemberg, Luisa Boos (33), ihren Verzicht auf einen aussichtsreichen Platz erklärt. „Der Parteivorstand hat mit seinem Vorschlag für die Bundesliste die Ausgangslage für mich als Person und für den Landesverband Baden-Württemberg drastisch verändert“, heißt es in einer am Freitag versandten persönlichen Erklärung.

Boos war vom Vorstand für Listenplatz 15 nominiert worden, der für einen Einzug ins Europaparlament reichen könnte. Zuvor hatte der Landesverband aber die Vizepräsidentin des Europaparlaments, Evelyne Gebhardt (64), und Peter Simon (51), der ebenfalls Abgeordneter im EU-Parlament ist, für vordere Plätze vorgeschlagen. Boos will bei der Delegiertenkonferenz am Sonntag in Berlin, die die Liste beschließen soll, nicht in einer Kampfkandidatur gegen Gebhardt antreten und ihr Platz 15 überlassen.

Großer Streit in mehreren Landesverbänden

Der Vorstand hatte seine Intervention damit begründet, jüngere Köpfe und vor allem mehr Frauen nach vorne bringen zu wollen. Das Ergebnis ist nun aber großer Streit in mehreren Landesverbänden. Boos rutscht damit auf Platz 25, der kaum reichen dürfte für einen Einzug in das Europaparlament - der Streit überschattet die Europawahlkonferenz am Sonntag und ist ein weiteres Problem für Parteichefin Andrea Nahles.

Der nominierte Enrico Kreft ausgebootet

„In der Folge stand ich zwischen zwei demokratisch legitimierten Beschlüssen: Dem meines Landesverbandes und dem meines Bundesvorstandes“, betonte Boos. „Ein Ausweg ohne massive Enttäuschungen war folglich unmöglich.“ Auf Druck der Jusos wurde auch die 26 Jahre alte Vizechefin Delara Burkhardt für Platz fünf vorgeschlagen - zum Ärger des SPD-Landesverbands Schleswig-Holstein wurde dafür der nominierte Enrico Kreft ausgebootet. Unumstritten ist, dass Bundesjustizministerin Katarina Barley als nationale Spitzenkandidatin für die Europawahl am Sonntag auf Platz eins gesetzt werden soll.

Von RND/dpa

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