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Politik Sachsens Versagen im Fall al-Bakr
Nachrichten Politik Sachsens Versagen im Fall al-Bakr
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09:33 13.10.2016
Im Blickpunkt: Die JVA Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig/Hannover

Was ist bloß in Sachsen los? Die Fahndung nach dem mutmaßlichen syrischen Terroristen Dschaber al-Bakr war schon eine Reihe von Pleiten, Pech und Pannen für die Sicherheitsbehörden des Freistaats. Doch es geht noch unfähiger: Der Selbstmord al-Bakrs in der JVA Leipzig zeigt, wie überfordert, unmotiviert oder schlecht ausgebildet die sächsischen Justiz ist.

Warum wurde nicht lückenlos kontrolliert?

Wie sagte der Pflichtverteidiger al-Bakrs zurecht: Er sei davon ausgegangen, dass sein Mandant der best bewachte Gefangene des Landes sei. Das scheinen die Wächter in der JVA anders interpretiert zu haben.

Und es werden Fragen aufkommen, die Verschwörungstheorien nähren: Warum hatte al-Bakr die Mittel, sich zu erhängen? Warum wurde er nicht lückenlos kontrolliert, da er schon als selbstmordgefährdet galt und im Hungerstreik war?

Wie damals bei der RAF-Terroristen Ulrike Meinhof wird die These aufkommen, ob der Tod des Syrers zumindest billigend in Kauf genommen wurde.

Bundesanwaltschaft verliert Zeugen

Der Fall ist auch aus einem anderen Grund tragisch: Mit dem Suizid al-Bakrs verliert die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe nicht nur den Täter, sondern auch einen wichtigen Zeugen. Zum einen, um die wichtigen Fragen zu klären, wie der Syrer rekrutiert, radikalisiert, ausgebildet und nach Deutschland geschleust wurde.

Zum anderen hatte al-Bakr die Männer, die ihn gefesselt an die Polizei übergeben haben, schwer belastet. Sie seien in die Anschlagsvorbereitungen verwickelt. Ohne al-Bakr wird es sehr viel schwerer nachzuweisen, was wahr und was falsch ist.

Alles in allem: Was für ein Justizskandal!

Von Rüdiger Ditz

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