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Politik US-Minister sorgt mit Sklaven-Vergleich für Empörung
Nachrichten Politik US-Minister sorgt mit Sklaven-Vergleich für Empörung
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11:23 07.03.2017
Der neue US-Wohnungsbauminister Ben Carson (re.) hat mit seiner ersten Rede heftige Reaktionen ausgelöst – unter anderem bei Schauspieler Samuel L. Jackson.  Quelle: dpa
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Washington

 Der neue US-Wohnungsbauminister Ben Carson hat die vor Jahrhunderten in die USA verschleppten afrikanischen Sklaven als Einwanderer bezeichnet – und damit Empörung ausgelöst.

„Es gab noch andere Einwanderer, die am Boden von Sklavenschiffen hierher gekommen sind und noch länger, noch härter für weniger gearbeitet haben“, sagte der Afroamerikaner am Montag (Ortszeit) in seiner ersten Rede vor Mitarbeitern des Ministeriums.

„Muthafukka, please!“

Die Rede stieß in sozialen Netzwerken auf viel Kritik. Auch viele Prominente äußerten sich abfällig. Der Schauspieler Samuel L. Jackson schrieb auf Twitter: „Ben Carson.... Ich ertrag's nicht! Einwanderer? Am Boden von SKLAVENSCHIFFEN??!!“. Am Ende wurde Jackson deutlich: „Muthafukka, please!“, endet sein Tweet.

Jacksons Kollegin Whoopi Goldberg empfahl dem Minister via Twitter, sich die Fernsehserie „Roots“ aus den 1970er Jahren über die Geschichte einer afroamerikanischen Familie anzusehen. Die meisten Einwanderer seien freiwillig ins Land gekommen, schrieb sie. „Dasselbe kann man nicht wirklich über die Sklaven sagen.. sie wurden gestohlen.“

Carson hatte auf seiner Rede zuvor über Menschen gesprochen, die - vor allem aus Europa - über Ellis Island eingewandert waren. Auf der Insel nahe der Freiheitsstatue im Hafen von New York waren im 19. und 20. Jahrhundert Millionen Migranten abgefertigt worden. Auch die Sklaven hätten den Traum gehegt, dass ihre Kinder und Nachfahren eines Tages in den USA „Wohlstand und Glück“ anstreben, sagte Carson, der erst am 2. März als einer der letzten Minister im Kabinett Trump bestätigt wurde. Er ist dort der einzige Afroamerikaner.

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Steven Mnuchin – Finanzminister (bestätigt)Der langjährige Investementbanker war der Finanzchef Trumps im Wahlkampf. Der 53-jährige gilt als Wall-Street-Insider und Fan einer lockeren Hand bei Banken und Fonds.

Auf dem gemeinsamen Twitter-Konto des 65-jährigen früheren Kinder-Neurochirurgen Carson mit seiner Ehefrau war am Abend (Ortszeit) zu lesen: „Ein Einwanderer ist: "eine Person, die in ein fremdes Land kommt, um dort permanent zu leben."“

Von dpa/RND/zys

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