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Politik „Schlitzaugen“ empören China
Nachrichten Politik „Schlitzaugen“ empören China
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15:27 02.11.2016
EU-Kommissar Günther Oettinger. Quelle: dpa
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Peking

Seine Bemerkungen würden verdeutlichen, dass manche westliche Politiker „ein irritierendes Gefühl der Überlegenheit haben“, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch. „Wir hoffen, dass sie lernen, wie man andere als gleichwertig ansieht und mit Respekt behandelt.“ 

Oettinger beleidigt in Rede auch Homosexuelle und Frauen

Oettinger hatte in einer Rede in Hamburg unter anderem Chinesen als „Schlitzaugen“ bezeichnet, von einer „Pflicht-Homoehe“ gesprochen und durchblicken lassen, Frauen könnten ohne Quotenregelung keine Spitzenpositionen erreichen.

Später spielte er die Aussagen, für die er von vielen Seiten kritisiert wurde, herunter. Seine Worte über „Schlitzaugen“ seien eine „saloppe Äußerung“ gewesen, sagte er der Zeitung „Die Welt“.

Die Hitparade der Oettinger-Rhetorik

„Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen.“ (Am 15. Februar 2016 in Berlin über AfD-Chefin Frauke Petry während einer Podiumsdiskussion.)

„Ich möchte wetten, dass einmal ein deutscher Kanzler oder eine Kanzlerin im nächsten Jahrzehnt mit dem Kollegen aus Paris auf Knien nach Ankara robben wird, um die Türkei zu bitten, Freunde kommt zu uns.“ (Am 18. Februar 2013 zum Umgang mit dem EU-Beitrittskandidaten Türkei.)

„Es gibt ja auch den Vorschlag, die Flaggen von Schuldensündern vor den EU-Gebäuden auf halbmast zu setzen. Das wäre zwar nur ein Symbol, hätte aber einen hohen Abschreckungseffekt.“ (In einem Interview der „Bild“-Zeitung vom 9. September 2011 über Euro-Staaten, die dauerhaft zu hohe Schulden machen.)

„In my homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat.“ (In einer Rede am 11. Dezember 2009 bei einer Konferenz der New Yorker Columbia-Universität in Berlin.)

„Wenn irgendjemand argwöhnt, dass dies eine Abschiebung sei, kann ich darüber nur lachen.“ (Am 25. Oktober 2009 über seinen Wechsel als EU-Kommissar nach Brüssel)

„Wenn Klaus Tappeser nicht Oberbürgermeister geworden wäre, wäre er sicher auch ein glänzender Frauenarzt geworden ­bei den vielen Verehrerinnen, die hier sind.“ (Am 5. August 2007 in Rottenburg beim 50. Geburtstag des örtlichen Oberbürgermeisters Tappeser (CDU).)

„Ich habe weiterhin die Absicht, in meiner Zeit außerhalb der Kernarbeitszeit gesellig zu bleiben, leutselig und bürgernah.“ (Am 18. Dezember 2007 in Stuttgart befragt zu einer feucht-fröhlichen Feier im Keller der Brüsseler Landesvertretung im Januar 2007 und zu einem Foto, das ihn dabei mit einem Teesieb als Brille zeigt.)

„Ich weiß nur, dass ich mich in der Öffentlichkeit und privat benehmen kann.“ (Am 18. Dezember 2007 in Stuttgart zum selben Thema.)

„Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes.“ (Am 11. April 2007 im Freiburger Münster bei der Trauerfeier für den ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten und früheren NS-Marinerichter Filbinger.)

Von dpa/RND

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