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Politik Schüsse bei Anti-Trump-Demo in Portland
Nachrichten Politik Schüsse bei Anti-Trump-Demo in Portland
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13:04 12.11.2016
In Portland, Oregon sind bei einer Anti-Trump-Demo Schüsse gefallen. Eine Person wurde angeschossen. Quelle: AFP
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Portland

In Portland im Bundesstaat Oregon ist in der Nacht zu Sonnabend ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Der Mann sei am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) mit einem Autofahrer auf einer Brücke in Streit geraten, wie die Polizei mitteilte. Dann sei der Autofahrer ausgestiegen und habe mehrfach auf sein Opfer gefeuert. Der Täter floh in seinem Wagen, der Angeschossene kam mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus. Die Polizei rief die Demonstranten daraufhin dazu auf, dass Demonstrationsgelände im Stadtzentrum zu verlassen.

Zahlreiche Festnahmen – Petition für Clinton

Bereits eine Nachtzuvor war es zu Ausschreitungen bei Protesten in Portland im Westen der Vereinigten Staaten gekommen. Dabei setzte die Polizei Tränengas, Gummigeschosse und Pfefferspray ein. 26 Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Auch in Los Angeles eskalierte die Anti-Trump-Demo. Auch hier wurden Personen von der Polizei festgesetzt.

Mit einer Petition versuchen Trump-Gegner die Präsidentschaft des Republikaners zu verhindern. Am Sonnabendmorgen haben bereits über drei Millionen Menschen die Petition unterschrieben, in der die Wahlmänner dazu aufgerufen werden, gegen Donald Trump und für die Demokratin Hillary Clinton zu stimmen. Die Inititoren stützen ihren Antrag darauf, dass Clinton insgesamt mehr Wählerstimmen als Trump bekommen hat und kritisieren das Wahlmännersystem als „tief undemokratisch“.

In New York sind erneut Gegner des designierten US-Präsidenten Donald Trump auf die Straße gegangen. Rund 1200 Menschen versammelten sich am Freitag in Manhattan, um gegen den Rechtspopulisten zu demonstrieren. Einige Teilnehmer trugen große rote Ballons mit Herzen und der Aufschrift „Peace and Love“ (Frieden und Liebe). Andere Demonstranten trugen Plakate, auf denen stand: „Deine Mauer kann uns nicht im Weg stehen“ - eine Anspielung auf Trumps Wahlkampfversprechen, zur Eindämmung der illegalen Einwanderung eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten.

„Wir müssen hier draußen sein und laut sein“

Ein Demonstrationszug durch Manhattan, New York am Freutagabend. Quelle: AFP

Teilnehmer sagten, sie wollten ihre Solidarität mit den Bevölkerungsgruppen bekunden, gegen die sich Trumps Politik richte, etwa Mexikaner und Muslime. Die Organisatoren planen für Sonnabend eine große Demonstration am selben Ort, dem Washington Square. „Wir sind hier, um die Menschen zu unterstützen, die Trump beleidigt hat, und um unseren Kindern zu zeigen, dass wir alle eine Stimme haben und für die Menschenrechte eintreten“, sagte die 41-jährige Kim Bayer. „Wir haben die Sorge, dass die Trump-Regierung eine Katastrophe für die Menschenrechte wird. Ich hatte noch nie so viel Angst in meinem Leben. Wir müssen hier draußen sein und laut sein.“

Der 25-jährige Jamie sagte, es herrsche „viel Unsicherheit“. „Und wir brauchen eine Botschaft der Liebe.“  Seit Trumps überraschendem Wahlsieg am Dienstag hat es in zahlreichen US-Städten Demonstrationen unter dem Motto „Nicht mein Präsident“ gegeben. In Portland gab es Donnerstag Ausschreitungen. 

Unentschieden: Trump vollzieht Kehrtwende

Donald Trump hat die Proteste gegen seine Präsidentschaft gelobt - nur Stunden, nachdem er sie als unfair bezeichnet hatte. „Ich liebe die Tatsache, dass kleine Gruppen von Protestlern in der vergangenen Nacht große Leidenschaft für unser großartiges Land gezeigt haben. Wir werden alle zusammenkommen und stolz sein“, twitterte Trump am Freitag.

Nur neun Stunden zuvor hatte sich der neue US-Präsident über die Demonstranten und Medien beschwert. „Ich hatte gerade eine sehr offene und erfolgreiche Präsidentenwahl. Jetzt protestieren professionelle Demonstranten, die von Medien angestiftet werden. Sehr unfair!“

Der politisch unerfahrene Seiteneinsteiger hatte nach einem aggressiven und populistischen Wahlkampf am Dienstag die Präsidentenwahl gewonnen. Die Protestler skandierten daraufhin unter anderem: „Nicht mein Präsident“.

Trumps Wahlkampfleiterin Kellyanne Conway verteidigte Trump und sagte, er könne das Land einigen. Die Protestler sollten sich Trumps Siegesrede nach der Wahl anhören, in der er gesagt habe, er werde Präsident aller Amerikaner sein, auch für jene, die ihn nicht unterstützt haben und nicht unterstützen, sagte Conway dem Fernsehsender CNN.

Von RND/fw/afp/dpa

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