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Seehofer sieht neuen Kurs Tschechiens beim Thema Vertreibung

Verbände Seehofer sieht neuen Kurs Tschechiens beim Thema Vertreibung

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sieht in Tschechien einen neuen Umgang mit der Vertreibung der Sudetendeutschen vor 70 Jahren. Immer mehr Politiker setzten sich damit auseinander.

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Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer auf dem 66. Sudetendeutschen Tag in Augsburg.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Augsburg. Das sagte der CSU-Chef beim traditionellen Pfingsttreffen der Sudetendeutschen in Augsburg. "Dieser Prozess ist unumkehrbar", betonte Seehofer. Er brauche aber etwas Geduld.

Vor wenigen Tagen hatte der Stadtrat von Brünn (Brno) eine Versöhnungserklärung zum "Todesmarsch von Brünn" und der Vertreibung der deutschen Einwohner vor 70 Jahren verabschiedet. Rund 26 000 deutschsprachige Bürger Brünns wurden Ende Mai 1945 auf einen mehr als 60 Kilometer langen Fußmarsch in Richtung Österreich getrieben. Mindestens 2000 Menschen kamen dabei ums Leben.

Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, sagte in Augsburg, er rechne nun mit ähnlichen Erklärungen in anderen Kommunen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund drei Millionen Sudetendeutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden, viele der Flüchtlinge fanden ihre neue Heimat in Bayern.

Frühere bayerische Ministerpräsidenten hatten lange einen zu engen diplomatischen Kontakt zu der Regierung in Prag vermieden. Seehofer hat einen anderen Kurs eingeschlagen und mittlerweile eine Bayerische Repräsentanz in der tschechischen Hauptstadt eröffnet. Er sagte, auch die Teilnahme von hochrangigen Vertretern aus Tschechien am 66. Sudetendeutschen Tag zeige, wie sich die Beziehungen geändert hätten: "Nach Jahrzehnten der Feindschaft und Trennung sind wir, Bayern und Tschechien, Nachbarn und Freunde im Herzen Europas."

Am Samstag hatten die Sudetendeutschen ihren Europäischen Karlspreis an den österreichischen UNO-Diplomaten Valentin Inzko verliehen. Posselt begründete die Ehrung damit, dass Inzko ein überragender Europäer sei, der aus der eigenen Familie und aus seiner Tätigkeit als Spitzendiplomat wisse, was Vertreibung sowie Unterdrückung von Volksgruppen bedeute. Der 66-jährige Inzko gehört der slowenischen Volksgruppe in Kärnten an und ist seit 2009 Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina.

dpa

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