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Politik So reagiert das Ausland auf Merkels Kandidatur
Nachrichten Politik So reagiert das Ausland auf Merkels Kandidatur
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10:20 21.11.2016
Bundeskanzlerin Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt kandidieren. Quelle: dpa
Hannover

Ausländische Medien beurteilen Merkels vierte Kanzlerkandidatur unterschiedlich. Eine Auswahl an europäischen Pressestimmen:

„Lidove noviny“ aus Tschechien: „(...) Wenn Merkel sich entschieden hätte, nicht noch einmal zu kandidieren, welche glaubwürdige Alternative für den Spitzenposten würde sich dann anbieten? De facto gibt es keine. Auch das ist Teil von Merkels Erfolg, denn sie besetzt selbst die Rolle der unentbehrlichen Mutter der Nation.“

„Der Standard“ aus Österreich: „Der vierte Wahlkampf Merkels wird anders als die ersten drei. Zum ersten Mal gibt es eine ernstzunehmende rechtspopulistische Opposition, nämlich die AfD. Diese dürfte sich über Merkels Entscheidung freuen, ist die Kanzlerin doch ihr Feindbild Nummer eins.“

El Mundo“ aus Spanien:Merkel ist zweifellos nicht nur die beste Option, um den Aufschwung des Rechtsextremismus in ihrem Land zu bremsen. Sie kann zudem nicht nur die Stärke der Europäischen Union garantieren, sondern auch die Erfüllung der Politik des Wachstums und der Ausgabendisziplin.“

„Sydsvenskan“ aus Schweden: „(...) Am Sonntagabend kam jedenfalls eine gute und lang erwartete Nachricht: Angela Merkel bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass sie nach den deutschen Wahlen 2017 für eine vierte Amtszeit als Kanzlerin zur Verfügung steht. Routiniert und respektiert ist Merkel die vereinigende Kraft in Europa und der EU – und der gesamten freien Welt – so sehr gebraucht in diesen Zeiten, wo so vieles andere ins Wanken geraten ist.“

„Kommersant“ aus Russland: „Nun hat Merkel die Chance, mit ihrem vierten Wahlsieg und einer vollen Amtszeit in einem Atemzug mit Konrad Adenauer und Helmut Kohl genannt zu werden. Nach Ansicht von Politologen gehört es zu einem der Geheimnisse der langen Dienstzeit von Merkel, aussichtsreiche Konkurrenten zu beseitigen und dann zu fragen: Wer, wenn nicht ich?“

Neue Zürcher Zeitung“ aus der Schweiz: „Alternativlos ist Angela Merkel allenfalls für die CDU, weil die Chefin talentierte Konkurrenten um den Parteivorsitz stets verhindert hat. Nach der Beruhigung der Flüchtlingskrise glaubt heute kaum jemand, dass die Union ohne Merkel bessere Wahlchancen hätte. Deshalb hat sich neben der CDU auch die CSU nach theatralischem Grollen hinter Merkel gestellt.“

„de Volkskrant“ aus den Niederlanden: „Mit ihrer Kandidatur gibt Merkel in einer Zeit, in der das Vertrauen in die etablierte politische Ordnung gering ist, ein wichtiges Signal. Es ist eine Zeit, in der Politiker aus Eigennutz oder aus Risikovermeidung zu Alleingängen neigen. Merkel aber bleibt, auch wenn ihr Wahlsieg alles andere als sicher ist. (...) Angela Merkel ist zu diesem Zeitpunkt am besten geeignet, Europa auf dieser bizarren Weltbühne zu vertreten. Wegen ihrer Erfahrung und dem Respekt, den sie genießt, aber auch weil sie die widerborstige geopolitische Realität kennt und keine unrealistisch hohen Erwartungen nährt.“

Von dpa/RND/wer

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