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Politik Spannung vorm letzten TV-Duell Clinton-Trump
Nachrichten Politik Spannung vorm letzten TV-Duell Clinton-Trump
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20:13 18.10.2016
Donald Trump und Hillary Clinton bei ihrem zweiten Aufeinandertreffen am 9. Oktober in St. Louis, Missouri. Quelle: dpa
Washington

Der Spitzenkandidat der Republikaner gab kürzlich bereits eine Kostprobe, was seine Landsleute erwartet. In aller Ernsthaftigkeit sprach sich der 70-Jährige für einen Drogentest aus, den beide vorab ablegen sollten: „Hillary war so seltsam beim letzten Duell. Anfangs so total aufgedreht, zum Ende völlig erschöpft, als ob sie vorab Aufputschmittel genommen hat.“

Trumps Anhänger jubeln, als er ihnen diese Geschichte auftischt. Ohnehin sind bei seiner Stammklientel keinerlei Absetzbewegungen zu beobachten. Im Gegenteil: Trotz sinkender Umfragewerte ist die Stimmung bei den Wahlveranstaltungen geradezu euphorisch. Dazu tragen nicht zuletzt seine jüngsten Verschwörungstheorien bei, nach denen die Präsidentschaftswahlen in Amerika großflächig manipuliert werden. Dass diese steilen Thesen durchaus ihre Anfänger finden, demonstriert David A. Clarke. Der Sheriff aus Milwaukee ließ per Twitter seine Freunde und Bekannten wissen, dass es „wieder Zeit für Fackeln und Mistgabeln“ sei. Die Wahlen seien seiner Meinung nach gefälscht und die Medien sowieso verlogen.

In Washington wächst die Sorge vor Gewaltausbrüchen nach der Wahl

Nun lassen die Kurznachrichten durchaus viel Spielraum zur Interpretation, aber in Washington wächst die Sorge, dass es nach dem Wahltag am 8. November tatsächlich zu gewaltsamen Zusammenstößen von enttäuschten Wählern und Sicherheitskräften kommen könnte. Die US-Regierung nimmt daher offiziell Stellung und betont die strengen Regeln des Wahlvorgangs. Und sogar der höchstrangige Republikaner, Parlamentssprecher Paul Ryan, weist die Vermutungen strikt zurück. Ohnehin wären Manipulationen im großen Stil auch aus parteitaktischen Gründen schwer erklärbar: Für den Ablauf sind die Bundesstaaten zuständig - und gerade in mehreren besonders umkämpften „Swing States“ sitzen republikanische Gouverneure am Steuer.

Aber an Fakten orientieren sich diese kruden Vorwürfe ohnehin kaum. Trump belässt es wieder einmal bei mehrdeutigen Kurznachrichten und wirft seinen eigenen Parteifreunden Naivität vor.

Um zumindest seinen ärgsten Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen und um nach seinem üblen Video in der weiblichen Wählerschaft wieder zu punkten, schickte Trump am Montagabend seine Ehefrau in die vorderste Reihe. Im Interview mit dem TV-Sender CNN beschreibt Melania Trump das Skandalvideo zwar als unerhört und beschämend: „Das ist nicht der Mann, den ich kenne.“ Allerdings findet das frühere Supermodel auch entschuldige Worte: Trump sei zu diesen „dreckigen“ Sachen von Moderator Billy Bush angestachelt worden. Von allein hätte er sich sicherlich nicht so obszön geäußert. Gleichwohl seien diese Bemerkungen nicht hinnehmbar.

Während der Republikaner mit seinen jüngsten Äußerungen für hitzige Debatte sorgt, hält sich Clinton auffällig zurück und setzt offenbar emsig ihre eigene Strategie um. Wie am Montag (Ortszeit) von ihrem Büro bekanntgegeben wurde, erzielte die 68-Jährige gerade einen neuen Spendenrekord: Allein in den Monaten von Juli bis September nahm der „Hillary Victory Fund“ knapp 250 Millionen Euro ein. Ihr Mitbewerber kam im gleichen Zeitraum lediglich auf etwa 55 Millionen Euro. Wie es im Umfeld der Republikaner heißt, will ihr Front Runner diesen Nachteil durch eine engagierte Beteiligung an der TV-Debatte wieder wettmachen.

Die Debatte findet an der Universität von Nevada in Las Vegas statt.

Die erste Debatte sollen knapp 90 Millionen Amerikaner live verfolgt haben, die zweite Debatte knapp 70 Millionen. Diesmal wird wieder mit knapp 90 Millionen Zuschauern gerechnet.

Von RND/Stefan Koch

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