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Politik Spicers Äußerungen sind „unerträglich“
Nachrichten Politik Spicers Äußerungen sind „unerträglich“
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22:00 12.04.2017
Charlotte Knobloch. Quelle: dpa
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Hannover

Charlotte Knobloch, Beauftragte für Holocaust-Gedenken des World Jewish Congress (WJC, Jüdischer Weltkongress), hat die jüngsten Äußerungen von US-Regierungssprecher Sean Spicer zum Holocaust als unerträglich bezeichnet. „Dass der Regierungssprecher der wichtigsten Weltmacht die Geschichte der Judenverfolgung nur unzureichend kennt und von Vernichtungslagern wohl nie gehört hat, macht ratlos“, schreibt Knobloch in einem Beitrag für die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Die Aussagen zeugen von jener gefährlichen Geschichtsvergessenheit und Ignoranz, die generell zunimmt und das freiheitlich-demokratische Fundament aufweicht“, schreibt Knobloch weiter.

Spicers Einlassung sei schon deshalb unhaltbar, weil jeder Vergleich mit dem systematischen Morden der Nazis misslingen müsse. Die Spicer-Äußerung sei auch deshalb inakzeptabel, „weil sie Wasser auf die Mühlen all jener Leugner und Relativierer von ganz Rechts bis in die Mitte der Gesellschaft ist“. Charlotte Knobloch ist Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und war von 2006–2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland.

In seiner Pressekonferenz am 11. April hatte Spicer mit Bezug auf den syrischen Machthaber Baschar al-Assad und den Giftgasangriff auf Zivilisten in Nord-Syrien gesagt, nicht einmal Adolf Hitler sei so tief gesunken, Giftgas einzusetzen. Auf Nachfragen der anwesenden Reporter sagte Spicer, Hitler hätte Giftgas nicht „gegen die eigenen Leute“, sondern nur in „Holocaust-Centern“ eingesetzt.

Von RND

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