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Politik Steinmeier zum Bundespräsidenten gewählt
Nachrichten Politik Steinmeier zum Bundespräsidenten gewählt
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17:13 12.02.2017
Gratulation von der Kanzlerin: Frank-Walter Steinmeier ist zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden.  Quelle: dpa
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Berlin

Die Wahl Steinmeiers im ersten Wahlgang galt als sicher. Er war der gemeinsame Kandidat der großen Koalition. Auch Grüne und FDP hatten ihre Zustimmung signalisiert. Für die Wahl zum Bundespräsidenten waren 631 Stimmen notwendig. Steinmeier erhielt 931 der abgegebenen Stimmen, also etwa 75 Prozent. 103 Wahlleute hatten sich enthalten. 14 Stimmen waren ungültig.

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Wahl des Bundespräsidenten: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Drag Queen Olivia Jones unterhalten sich.

Die Linkspartei hatte den Armutsforscher Christoph Butterwegge nominiert – er erhielt 128 Stimmen. Für die AfD kandidierte Bundesvize Albrecht Glaser – er wurde von 42 Wahlleuten gewählt. Der Kandidat der Freien Wähler, der Richter Alexander Hold, bekam 25 Stimmen. Fünfter Bewerber war Engelbert Sonneborn, Vater des Satirikers und Europaabgeordneten Martin Sonneborn. Auf ihn entfielen 10 Stimmen.

Steinmeier: Deutschland macht anderen Mut

Nach der Wahl dankte Steinmeier allen, die ihn gewählt haben. „Und allen, die mich nicht gewählt haben, gebe ich ein Versprechen“, sagte Steinmeier. Er werde alles dafür tun, „auch Ihr Vertrauen zu gewinnen“. Deutschland sei für viele Menschen in der Welt „ein Anker der Hoffnung geworden“. Deutschland mache anderen Mut, nicht weil alles im Land gut sei, „sondern weil wir gezeigt haben, dass es besser werden kann“. Nirgendwo gebe es so viele Chancen „wie bei uns“.

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So kennt man ihn: Frank-Walter Steinmeier als Außenminister in Masar-i-Scharif (Afghanistan) im Feldlager der Bundeswehr. International gilt Steinmeier als Vorzeigediplomat.

Viele Menschen sorgten sich trotzdem um ihre Zukunft. Diese Sorgen nehme er ernst, sagte Steinmeier und gab sich zuversichtlich: „Unser Fundament ist nicht unverwundbar, aber es ist stark.“ Die Realität dürfe nicht verleugnet werden, „aber wir müssen den Anspruch haben, sie zu verbessern“.

Merkel: Ein Bundespräsident in schwierigen Zeiten

„Ich bin überzeugt, dass Steinmeier ein guter Präsident für unser Land sein wird“, sagte Kanzlerin Angela Merkel nah der Wahl. Steinmeier werde „ein Bundespräsident in schwierigen Zeiten“ sein. Er habe in schwierigsten Situationen immer das Fingerspitzengefühl gehabt, „nach Lösungen zu suchen und diese zu finden“.

Sie kenne Steinmeier schon lange, sagte Merkel weiter, er sei ein Mann, „der die Sorgen der Menschen kennt und gleichzeitig über die Parteigrenzen Kompromisse schmieden könne. „Das ist ein guter Tag für Deutschland.“ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte: „Steinmeier wird ein Fels in der Brandung sein und den Menschen Mut machen.“

Lammert würdigt Gaucks Verdienste

Steinmeier wird Nachfolger von Joachim Gauck (77), der nach fünf Jahren Amtszeit nicht wieder kandidierte. Norbert Lammert (CDU) hatte die Bundespräsidentenwahl am Sonntagmittag eröffnet und zunächst den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck gewürdigt. „Das solidarische Miteinander der Bürgerinnen und Bürger lag Ihnen ganz besonders am Herzen“, sagte Lammert zur Eröffnung der Bundesversammlung in Berlin. Gauck habe die Gesellschaft auch immer wieder nachdrücklich in die Pflicht genommen, sich weder verängstigen noch spalten zu lassen, auch nicht in Zeiten terroristischer Gefahren.

Einen Seitenhieb gab es auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump: „Wer Abschottung anstelle von Weltoffenheit fordert und sich sprichwörtlich einmauert, wer statt auf Freihandel auf Protektionismus setzt und gegenüber der Zusammenarbeiten der Staaten Isolationismus predigt“ und wer „Wir zuerst“ zum Programm erkläre, dürfe sich nicht wundern, wenn es ihm andere gleichtun, so Lammert. Gleichzeitig rief er zu einem starken Europa auf.

So setzt sich die Bundesversammlung zusammen. Quelle: dpa

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