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Politik Azubi-Mindestlohn: Juso-Chef Kühnert greift Karliczek an
Nachrichten Politik Azubi-Mindestlohn: Juso-Chef Kühnert greift Karliczek an
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18:55 08.11.2018
Wie viel soll ein Lehrling mindestens verdienen? Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Berlin

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat sich erstmals dazu geäußert, wie hoch die im Koalitionsvertrag vereinbarte Mindestausbildungsvergütung –also ein gesetzlicher Mindestlohn für Lehrlinge – ausfallen soll. Sie wolle die Mindestausbildungsvergütung an das Schüler-Bafög koppeln, das vollzeitschulisch Auszubildende erhalten, sagte sie laut Redemanuskript beim DGB-Tag der Berufsbildung am Donnerstag in Berlin. „Damit steigen wir mit 504 Euro im ersten Lehrjahr bereits jenseits der 500 Euro ein“, fügte sie hinzu. Laut einem Eckpunkte-Papier aus Karliczeks Ministerium zur Novelle des Berufsbildungsgesetzes soll es in den weiteren Lehrjahren Erhöhungen geben. Im zweiten Jahr bekämen Auszubildende dann mindestens 529 Euro im Monat, im dritten Jahr 554 Euro und im vierten Jahr 580 Euro.

Karliczek erklärte, für sie müsse die Mindestausbildungsvergütung eine „von Maß und Mitte“ sein. „Sie muss ausgewogen und in der Höhe klug gewählt sein“, sagte die Ministerin. „Denn sie soll bundes- und branchenweit gelten: Also nicht nur in Niedersachsen und Hessen, sondern auch in Sachsen und Brandenburg.“

Juso-Chef Kevin Kühnert, dessen Verband für die Mindestausbildungsvergütung gestritten hat, hält Karliczeks Vorschlag für unzureichend: „Leider zeigt Bildungsministerin Anja Karliczek mit ihrem Vorschlag, dass sie den Kern des Problems überhaupt nicht verstanden hat“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Auszubildende sind keine Schüler“, fügte er hinzu. „Sie wollen als junge Erwachsene auf eigenen Beinen stehen können. Und sie wollen gegenüber einer akademischen Ausbildung nicht wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden.“ Kühnert sagte: „Mit einer Mindestvergütung von lediglich 504 Euro würde es für junge Leute kaum möglich sein, die enormen Kosten des Alltags alleine zu schultern.“ Er setzte hinzu: „Eine Mindestvergütung als reines Lippenbekenntnis bringt niemanden weiter.“ DGB und Jusos forderten eine Vergütung in Höhe von mindestens 635 Euro im ersten Ausbildungsjahr, sagte der Juso-Chef.

Von Tobias Peter/RND

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