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Politik Streit um Beleuchtung des Brandenburger Tors
Nachrichten Politik Streit um Beleuchtung des Brandenburger Tors
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20:15 04.04.2017
Nach dem Anschlag in der U-Bahn von St. Petersburg mit mindestens 14 Toten wurde das Brandenburger Tor am Montagabend nicht in den russischen Nationalfarben angestrahlt. Quelle: dpa
Berlin

Der Berliner Senat hat seine Entscheidung verteidigt, das Brandenburger Tor nach dem Anschlag in St. Petersburg nicht in den russischen Nationalfarben anzustrahlen. „Man kann Kondolenz und Trauer auch ausdrücken, ohne das Brandenburger Tor zu beleuchten“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Dienstag. Das Anstrahlen des Berliner Wahrzeichens bleibe weiterhin Städtepartnerschaften und Orten mit besonderem Bezug zu Berlin vorbehalten. Viele Twitter-Nutzer warfen dem Senat mangelnde Solidarität mit den russischen Opfern vor.

Nach dem Anschlag am Montag in St. Petersburg verzichtete Berlin darauf, das Brandenburger Tor in den Farben Russlands anzustrahlen. Bei vielen Terrorattacken reagierte die Stadt anders und ließ das Wahrzeichen hell erleuchten. Ein Überblick.

Paris kündigte dagegen an, die Beleuchtung des Eiffelturms in Erinnerung an die Opfer von Sankt Petersburg abzuschalten. In der Nacht zum Mittwoch sollte das weltberühmte Wahrzeichen von Mitternacht an im Dunkeln liegen, wie Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter ankündigte.

Wahrzeichen leuchtete bei Terror in Paris, Brüssel, London

Zuletzt war das Brandenburger Tor mehrmals nach Terroranschlägen in den Farben der jeweils betroffenen Nation angestrahlt worden, etwa nach Attentaten in Paris, Brüssel, London oder Istanbul. Bei Israel sei das aufgrund des historischen Bezuges der Fall gewesen.

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sprach sich dafür aus, künftig ganz auf die Trauer-Anstrahlung zu verzichten. „Jede Entscheidung für eine Beleuchtung des Brandenburger Tors wirkt inzwischen faktisch als Entscheidung gegen eine andere, es sei denn, es wird nahezu täglich in Farben beleuchtet, die für jeden terrorbetroffenen Nationalstaat stehen“, schrieb Lederer auf Facebook. Die Regel zu ändern, sei derzeit nicht vorgesehen, beschied die Senatssprecherin dagegen.

Auch Lederers Aufforderung, das Wahrzeichen für St. Petersburg ein letztes Mal anzustrahlen, konnte sich nicht durchsetzen. Der Senat habe sich darauf verständigt, das Beileid stattdessen durch einen Kondolenzbesuch zu bekunden, sagte Sünder.

Kommentar: Ein Zeichen von Volk zu Volk

Britische Medien nannten das Bild aus Berlin „stunning“, atemberaubend. Nach dem Terroranschlag in London am 23. März erstrahlte das Brandenburger Tor abends in den Farben der britischen Flagge. Das gleiche Signal hätte Berlin am 3. April auch den Russen senden können. Lesen Sie hier den Kommentar von Matthias Koch/RND.

Von dpa/RND