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Ströbele will Feuerwerk zu Silvester einschränken

Böller Ströbele will Feuerwerk zu Silvester einschränken

Nach den Anschlägen von Paris fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, den Verkauf von Silvesterfeuerwerk einzuschränken.

Silvesterfeuerwerk über Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Berlin. „Sinnvoll ist ein Verbot von größeren Feuerwerkskörpern mit der drei- bis zehnfachen Knallkraft normaler Böller“, sagte Ströbele dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Viele Menschen seien angesichts der latenten Terrorgefahr auch in Deutschland verunsichert und würden durch extrem laute Silvesterkracher in Schrecken versetzt: „Die Leute wissen ja nicht, was das ist, was so fürchterlich bumst.“  Außerdem sprach sich Ströbele für die Ausweitung knallfreier Zonen aus. Bereits nach den Anschlägen in New York war in Deutschland ein Verbot von Silvesterfeuerwerk diskutiert worden. 2007 hatte die belgische Hauptstadt Brüssel wegen Terrorgefahr das Zünden von Knallkörpern zum Jahreswechsel untersagt.

Auch in den Niederlanden greifen inzwischen zahlreiche Gemeinden hart durch. Viele Städte haben in bestimmten Zonen das Knallen zu Silvester verboten. Sie reagierten damit auf Zehntausende von Beschwerden und zahlreiche Unfälle im vergangenen Jahr. Trotzdem wurde jedoch das Silvester-Feuerwerk am Dienstag zum nationalen Kulturerbe erklärt.  

56 Kommunen wollen einer Umfrage zufolge am 31. Dezember böllerfreie Zonen einrichten. Das sind 13 mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt gibt es rund 400 Kommunen in den Niederlanden. Nach dem vorigen Jahreswechsel hatten sich rund 60 Prozent der Niederländer sogar für ein allgemeines Verbot ausgesprochen.  

„Langsam aber sicher verschwindet die Toleranz für Feuerwerk“, sagte eine Sprecherin des Verbandes der niederländischen Kommunen dem „Algemeen Dagblad“. Vor allem um Altersheime, Streichelzoos und auch bei einigen Asylzentren darf in den 56 Kommunen an Silvester nicht mehr geknallt werden. Am weitesten geht die Medienstadt Hilversum: Dort gilt im gesamten Zentrum ein Feuerwerk-Verbot. Dennoch nahm das nationale Zentrum für Volkskultur die Tradition in das Register für „immaterielles Erbgut“ auf. „Die Tradition, dass Bürger Feuerwerk zünden, gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert“, erklärte das Zentrum. Diese Tradition müsse bewahrt, aber auch vor Missbrauch geschützt werden.  

Die Niederlande hatten 2014 die Regeln verschärft. Nun darf nur noch zwischen 18 und 2 Uhr geknallt worden. Dadurch war die Zahl der Verletzten nach Angaben von Krankenhäusern um rund 100 zurückgegangen. Beim Jahreswechsel 2014 mussten fast 600 Niederländer in Krankenhäusern behandelt werden.  Auch in Deutschland darf nicht überall geknallt werden.

37 Prozent der Deutschen lehnten einer Umfrage zufolge vor einem Jahr die Böllerei ab. Eine Mehrheit von 53 Prozent sah dagegen vor allem schöne Seiten.

LVZ

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