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Politik Anti-Trump-Proteste in vielen US-Städten
Nachrichten Politik Anti-Trump-Proteste in vielen US-Städten
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06:59 10.11.2016
Schilder mit der Aufschrit „Nicht mein Präsident“ waren bei den Anti-Trump-Demos am häufigsten zu sehen.  Quelle: EPA
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Washington/Berkeley/New York

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl sind in zahlreichen US-Städten Tausende Menschen auf die Straßen gegangen. In New York protestierten am Mittwochabend (Ortszeit) Tausende Menschen mit der Parole „Nicht mein Präsident!“ gegen den zukünftigen US-Präsidenten. Auch in Chicago, Seattle, Washington, Los Angeles und Portland machten viele Bürger ihren Unmut über den umstrittenen Republikaner Luft.

Massive Präsenz der Polizei

Nach Angaben des Senders CNN wurden aus mindestens sieben Städten Proteste gemeldet. In Manhattan mischte sich der Dokumentarfilmer Michael Moore („Trumpland“) unter die Demonstranten. Am Mittwochabend postete er auf Facebook ein Video von der aufgebrachten Menschenmenge.

Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in New York versammelt. Vor dem Gebäude standen sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz. Die Polizei war mit massiver Präsenz vor Ort.

 „New York hasst dich“, riefen die Demonstranten vor dem Hochhaus des nächsten US-Präsidenten und: „Wir lehnen den ausgesuchten Präsidenten ab.“ Auf Plakaten waren Sprüche wie „Ein Schritt nach vorne, 50 Jahre zurück“ oder „Finger weg von meiner Pussy“ zu lesen. Eine verschleierte Frau hielt ein Schild in die Höhe, auf dem stand: „Ich bin Muslima. Ich habe Angst.“

Kundgebungsteilnehmer forderten eine Reform des Wahlmänner-Systems zur indirekten Wahl des Präsidenten. Dieses hat dazu geführt, dass die Demokratin Hillary Clinton nicht Präsidentin wird, obwohl sie USA-weit mehr Stimmen als Trump gewonnen hat.

„Ich bin kein Terrorist“ steht auf dem Schild, das diese Frau trägt. Quelle: afp

Die Proteste verliefen weitgehend friedlich, allerdings tauchten immer wieder Trump-Befürworter in der Menge auf und lieferten sich Schrei-Duelle mit Trump-Gegnern.

Kundgebungen gab es auch an der Westküste: Im nordkalifornischen Berkeley hatten mehr als 2000 Schüler am Mittwochvormittag (Ortszeit) den Unterricht ausfallen lassen. Stattdessen zogen sie mit Plakaten und lauten Rufen, begleitet von ihren Lehrern, durch die Universitätsstadt. Einige schwenkten die mexikanische Fahne und wetterten auf spanisch gegen Trump.

In Los Angeles zogen hunderte zumeist junger Demonstranten vor das Rathaus und skandierten: „Er ist nicht mein Präsident.“ In der Stadt Portland im Westküstenstaat Oregon blockierten rund 300 Demonstranten zeitweise den Auto- und Straßenbahnverkehr in der Innenstadt.

In der Hauptstadt Washington kamen in winterlicher Kälte hunderte Menschen zu einer Mahnwache mit Kerzen vor dem Weißen Haus zusammen. „Die Menschen haben einfach Angst“, sagte einer der Organisatoren, Ben Wikler von der linksliberalen Basisgruppe MoveOn.org. „Wir sind hier, um in den dunkelsten Momenten nicht alleine zu sein.“

 

In New York versammelten sich Trump-Gegner auf dem Times Square und vor dem Trump Tower. Quelle: EPA

Schon in der Wahlnacht war es in einigen US-Städten zu Kundgebungen gekommen. US-Medien wie „USA Today“ zeigten Bilder unter anderem aus dem kalifornischen Oakland. Dort blockierten Demonstranten Straßen. In einigen Fällen wurde Müll angezündet, auch US-Flaggen wurden verbrannt. Die überwiegende Zahl der Proteste gab es in der Wahlnacht an der Westküste der USA, wo die Demokratin Hillary Clinton besonders viele Anhänger hat.

Von dpa/afp/RND/zys

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