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Nachrichten Politik Technik stoppte Lkw bei Anschlag in Berlin
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20:49 28.12.2016
Bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt hat ein automatisches Lkw-Bremssystem offenbar verhindert, dass der Attentäter seine tödliche Fahrt fortsetzte. Quelle: imago
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München

Offenbar hat ein automatisches Lkw-Bremssystem verhindert, dass der Attentäter seine tödliche Fahrt über den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche fortsetzen konnte. Wie die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der WDR berichteten, sei der Lastwagen nur deshalb nach 70 bis 80 Metern zum Stehen gekommen, weil die Zugmaschine mit einem automatischen Bremssystem ausgerüstet war. Der Bordcomputer habe eine Vollbremsung ausgelöst, schreibt auch das Magazin „Der Spiegel“.

Die Medien beriefen sich auf Angaben von Ermittlern. Demnach war der Lkw mit einem System ausgestattet, das mithilfe einer Kamera und Radar Hindernisse erkennt und bremst, wenn der Fahrer auf ein Warnsignal nicht innerhalb einer Sekunde reagiert. „Diese Technik hat Leben gerettet“, zitierten die „Süddeutsche Zeitung“, der NDR und der WDR Berliner Regierungskreise.

Zunächst war spekuliert worden, der polnische Lastwagenfahrer könne dem Attentäter ins Lenkrad gegriffen und damit Schlimmeres verhindert haben. Offenbar wurde der Pole jedoch schon einige Zeit vor dem Anschlag durch einen Kopfschuss verwundet und war somit nicht mehr handlungsfähig.

Amri soll sich als Selbstmordattentäter angeboten haben

Wie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR weiter berichteten, beschäftigte sich das Gemeinsame Terrorismus-Abwehrzentrum (GTAZ) in Berlin zwischen Februar und November dieses Jahres mindestens siebenmal mit dem mutmaßlichen Attentäter Anis Amri. Interne Behördenunterlagen, die nur fünf Tage vor dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt entstanden, beschreiben demnach Amris Werdegang in Deutschland. 

Demnach habe der Tunesier im Internet Anleitungen zum Bau von Rohrbomben und zur Herstellung von Sprengstoffen wie TNT gesucht. Zudem habe er offenbar schon im Februar Kontakt zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ gesucht und sich als Selbstmordattentäter angeboten. Mindestens zweimal sei im GTAZ die Frage diskutiert worden, ob Amri einen konkreten Anschlag in Deutschland plane. Beide Male sei dies als unwahrscheinlich eingestuft worden.

Nach Terroranschlag noch 20 Verletzte in Berliner Kliniken

Amri hatte nach bisherigen Ermittlungen am Montag vergangener Woche einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Bei dem Anschlag wurden zwölf Menschen getötet, darunter der polnische Lkw-Fahrer. In der Nacht zum Freitag wurde Amri nach mehrtägiger Flucht in einem Mailänder Vorort bei einer Polizeikontrolle getötet.

Bei dem Anschlag waren auch mehr als 50 Menschen verletzt worden. 20 von ihnen werden noch in Krankenhäusern behandelt. Elf liegen mit schwersten Verletzungen auf Intensivstationen, wie ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Neun weitere Patienten werden demnach noch mit mittelschweren oder leichteren Verletzungen betreut.

Von afp/dpa/RND/wer

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