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Politik Tempelberg: Israel installiert Sicherheitskameras
Nachrichten Politik Tempelberg: Israel installiert Sicherheitskameras
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15:53 23.07.2017
In Jerusalem randalierten Palästinenser gegen die verschärften Sicherheitsmaßnahmen am Tempelberg. Quelle: dpa
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Jerusalem

Israel hat an den Zugängen zur Al-Aksa-Moschee in Jerusalem neue Sicherheitskameras installiert. Das war als Angebot zu verstehen, eine Alternative für die Metalldetektoren zu erwägen, die von den radikalen Muslimen abgelehnt wird. Der Mufti von Jerusalem, Scheich Mohammed Hussein, forderte jedoch eine Rückkehr zu den Sicherheitsprozeduren vor dem Attentat vom 14. Juli.

An diesem Tag hatten drei Angreifer vom Tempelberg aus zwei israelische Polizisten erschossen. Israel, das für die Sicherheit der gesamten heiligen Stätten verantwortlich ist, stellte daraufhin die Metalldetektoren auf. Die Al-Aksa-Moschee wurde während mehrerer Aufstände muslimischer Extremisten mehrfach als Waffenlager missbraucht. Warum sich die Muslime gegen die Sicherheitskontrollen wehren, ist völlig unklar, sind sie doch in Israel vor jedem Einkaufscenter gang und gäbe. Zudem müssen Juden, die die Klagemauer besuchen wollen, die heiligste Stätte des Judentums, seit Jahren durch eine Sicherheitsschleuse. Auch in vielen arabischen Ländern sind Moscheen und religiöse Stätten mit Sicherheitsschleusen versehen.

Neue Auseinandersetzungen in Jerusalem

Offensichtlich geht es den muslimischen Vertretern darum, den Vorgang für ihre Zwecke zu politisieren. Sie behaupten, Israel wolle die Kontrolle über das Plateau des Tempelbergs gewinnen, auf dem die Al-Aksa-Moschee steht. Sie ist nach Mekka und Medina, die drittheiligste Stätte der Muslime. Aber auch für Juden ist das Plateau wichtig, standen hier doch der Überlieferung nach der erste und der zweite Tempel, dessen Rest die Klagemauer bildet. Allerdings dürfen Juden auf dem arabisch verwalteten Teil mit der Al-Aksa-Moschee nicht beten.

Trotz der erheblichen Sicherheitsprobleme hat Israel sich bisher immer an den Status gehalten. Die Weigerung der Muslime, die Sicherheitskontrollen zu akzeptieren ist jedenfalls weder religiös noch sicherheitstechnisch zu erklären, sondern nur dadurch, dass ein Anlass für neue Gewaltexzesse gesucht wird. Prompt massakrierte ein 19-Jähriger mit einem Messer im Nachgang der Ausschreitungen auch drei Mitglieder einer jüdischen Familie, die gerade beim festlichen Sabbat-Mahl in ihrem Haus in der Westbank saß.

Das israelische Militär teilte am Sonntag mit, es habe im Westjordanland 29 Personen festgenommen, darunter neun Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe Hamas. Einen Kommentar zur Situation in Israel lesen Sie hier.

Von RND/ap

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