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Politik Razzia in Chemnitzer JVA nach Terrorhinweis – Behörden: Keine Gefahr
Nachrichten Politik Razzia in Chemnitzer JVA nach Terrorhinweis – Behörden: Keine Gefahr
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14:34 29.11.2018
Der traditionsreiche Dresdner Striezelmarkt: Nach einem Hinweis auf einen möglichen Anschlag hat die Polizei das Chemnitzer Frauengefängnis durchsucht. Quelle: epd
Dresden/Chemnitz

Aufgrund eines vagen Terrorverdachts hat die Sächsische Generalstaatsanwaltschaft mehrere Zellen im Chemnitzer Frauengefängnis durchsuchen lassen. „Es gab einen Hinweis einer Gefangenen, die Zeuge eines Gespräch zweier Mitinsassinnen geworden war“, erklärte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein am Donnerstag gegenüber der LVZ. „Die zwei beschuldigten Frauen sollen über die Möglichkeit von Terroranschlägen auf Weihnachtsmärkte in Chemnitz und Dresden gesprochen haben. Eine der beiden Gefangenen soll auch gesagt haben, sie habe eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme nach außen“, so Klein weiter.

Die Behörden nahmen den Hinweis sehr ernst und ordneten eine Razzia des Landeskriminalamtes (LKA) in der Justizvollzugsanstalt an. „Am Montag wurden die Zellen unter anderem auch nach Kommunikationsmitteln jeglicher Art durchsucht“, sagte Klein. Gefunden wurde nichts. Eine anschließende Befragung der Beschuldigten brachte ebenfalls keine weiteren Anhaltspunkte, die den Anfangsverdacht erhärten ließen, sagte der Oberstaatsanwalt.

Zur Identität der Beschuldigten wurden keine Angaben gemacht. Wie die Chemnitzer Freie Presse berichtet, soll eine der Frauen angeblich aus Syrien stammen und in Verdacht stehen, die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Deshalb sei im Juli auch ihre Dresdner Wohnung durchsucht worden. Im Oktober sei die Frau dann in Haft genommen worden.

Landeskriminalamt: Keine Hinweise auf Gefährdung der Weihnachtsmärkte

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Wie das LKA am Mittwoch mitteilte, liegen der sächsischen Polizei bisher auch keine anderen Hinweise und Erkenntnisse vor, „aus denen sich eine konkrete Gefährdung speziell für Weihnachtsmärkte in Sachsen ableiten lassen könnte. Es besteht aktuell keine Veranlassung, auf die Durchführung von Weihnachtsmärkten oder sonstigen Veranstaltungen mit Weihnachtsbezug beziehungsweise deren Besuch zu verzichten“, so LKA-Sprecher Tom Bernhard.

Trotzdem hätten Weihnachtsmärkte aufgrund ihrer zentralen Lage, ihrem hohen Besucheraufkommen und den grundsätzlich offenen Zugängen „eine besondere Gefährdungsrelevanz“. Vor dem Hintergrund des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin im Dezember 2016 werde der Sicherheit auf den Märkten auch in Sachsen "eine besondere Beachtung beigemessen".

Matthias Puppe

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