Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Terrorverdacht gegen sechs Syrer bestätigt sich nicht
Nachrichten Politik Terrorverdacht gegen sechs Syrer bestätigt sich nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:30 23.11.2017
Sechs Syrer wurden am Dienstagmorgen wegen Anschlagsplanung festgenommen. Quelle: dpa
Anzeige
Frankfurt/Main

Nach der Festnahme von sechs Syrern wegen Terrorverdachts hat sich nach Angaben der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft „kein hinreichender Tatverdacht“ ergeben. „Sie kommen in diesen Minuten auf freien Fuß“, sagte ein Sprecher der Behörde am frühen Mittwochabend. Die Auswertung der Daten der Mobiltelefone der Männer im Alter von 20 bis 28 Jahren hätten „zum jetzigen Zeitpunkt“ einen dringenden Verdacht nicht bekräftigen können, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe auch keine entsprechend belastenden Hinweise auf eine Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - wohl aber „IS-Bezüge“.

Konkrete Hinweise auf einen Anschlag, ein Anschlagsziel oder -szenario hätten bisher nicht nachgewiesen werden können. „Wir werten aber die Daten weiterhin aus.“ In ihren Aussagen hätten die Männer die ihnen zur Last gelegten Anschlagspläne auf ein öffentliches Ziel in Deutschland bestritten. „Sie zeigen sich kooperativ und haben Angaben zum Sachverhalt gemacht.“

Das bei Durchsuchungen in Essen, Hannover, Kassel und Leipzig sicher gestellte Material werde ebenfalls weiter ausgewertet. Polizisten hatten dort am frühen Dienstagmorgen Wohnungen durchsucht. Weder Waffen noch Sprengstoff wurden gefunden.

Die Aktion der Ermittler in vier Bundesländern wertete der Behördensprecher aber gleichwohl als Erfolg. „Wir sind zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Maßnahme gegangen“, sagte der Sprecher zu den Durchsuchungen und Festnahmen am Dienstag, als die Ermittler von einem „frühen Stadium“ von Anschlagsvorbereitungen ausgingen. „Das Sicherheitskonzept hat reibungslos gegriffen.“ In Medienberichten waren der Essener Weihnachtsmarkt oder ein Einkaufszentrum in Essen als Ziele von Ausspähversuchen genannt worden.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen der sechs Männer waren außer den Mobiltelefonen auch Laptops und Tablets sichergestellt worden. Die Auswertung des Materials wurde auch durch die notwendigen Übersetzungen aus dem Arabischen erschwert.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre um Ex-Geheimagent Werner Mauss wird gegen den rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Peter Bleser ermittelt. CDU-Zentralen wurden untersucht.

18.12.2017

Das politische Berlin will Auswege aus der Hängepartie nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen. Die SPD sei sich ihrer Verantwortung bewusst, sagt Martin Schulz. Die Möglichkeiten werden innerhalb der Partei diskutiert.

22.11.2017

Nebenkläger im NSU-Prozess haben dem Staat am Mittwoch vorgeworfen, die Aufklärung der Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ bis heute zu verhindern.

22.11.2017
Anzeige