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Politik Teurer US-Zerstörer bleibt im Panama-Kanal liegen
Nachrichten Politik Teurer US-Zerstörer bleibt im Panama-Kanal liegen
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19:28 23.11.2016
Das modernste Kriegsschiff der US-Marine, der High-Tech-Zerstörer „Zumwalt“, hat im Panama-Kanal eine Panne erlitten. Quelle: Ricardo Maldonado Rozo
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Panama-Stadt

Der Zerstörer habe nicht mehr weiterfahren können, berichteten die US-Marine und US-Medien. Die USS Zumwalt sei deswegen zur Reparatur zu einem ehemaligen US-Marinestützpunkt in der Nähe des Panama-Kanals geschleppt worden, berichtete das US Naval Institute auf seinem Nachrichtenportal USNI News.

Die „Zumwalt“ befand sich auf dem Weg von Baltimore zu ihrem künftigen Heimathafen im kalifornischen San Diego. Marine-Sprecher Ryan Perry sagte, es werde nun geprüft, wie lange für die Reparaturen gebraucht werde. USNI News zitierte einen nicht genannten Militärvertreter, der von bis zu zehn Tagen sprach.

Meerwasserleck im Antriebssystem

Die jetzige Panne ist nicht die erste des Schiffs, das erst im Mai seinen Konstruktionshafen verlassen hatte. Bereits im September musste es laut USNI News repariert werden, nachdem die Crew ein Meerwasserleck im Antriebssystem entdeckt hatte.

Das 180 Meter lange und 15.000 Tonnen schwere Kriegsschiff ist so gebaut, dass es getarnt ist und auf den Radarschirmen nicht größer als ein Fischerboot erscheint. Die Zumwalt ist das erste Schiff einer neuen Generation von Zerstörern der US-Marine. Der Motor wird mit Strom angetrieben, die Besatzung zählt fast 150 Soldaten.

Ein Schuss kostet etwa 800.000 Dollar

Die US-Marine soll drei Zerstörer dieser Art bekommen. Die Baukosten für das Trio belaufen sich auf 12,7 Milliarden US-Dollar (12 Milliarden Euro), wie das Naval Institute berichtete. Allein die Zumwalt soll 4,4 Milliarden Dollar gekostet haben (4 Milliarden Euro).

Nach dem ursprünglichen Plan soll das Schiff ab 2018 als Teil der US-Flotte Einsätze fahren. Dafür soll es eigentlich bis Ende des Jahres San Diego erreichen, damit die Marine anschließend mit dem Test der Waffensysteme beginnen kann.

Wie „Spiegel Online“ berichtete, werden dem Pentagon allmählich die Kosten für das Schiff zu hoch. Ein Schuss aus dem sogenannten Advanced Gun System der Zumwalt soll etwa 800.000 Dollar kosten, schrieb „Die Welt". Das sei selbst rüstungsfreundlichen Politikern zu viel – zumal technisch weit überlegene Marschflugkörper nur ein paar Hunderttausend Dollar kosteten.

Von dpa/afp/RND/wer

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