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Politik Tochter von Skripal auf dem Weg der Besserung
Nachrichten Politik Tochter von Skripal auf dem Weg der Besserung
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19:01 29.03.2018
Julia Skripal, die Tochter der ehemaligen russischen Spions Sergej Skripal, ist auf dem Weg der Besserung. Quelle: AP
London

Der Gesundheitszustand von Julia Skripal, die mit ihrem Vater bei einem Anschlag vergiftet wurde, hat sich offenbar deutlich verbessert. Es gehe es stetig bergauf, teilte der Salisbury NHS Foundation Trust stellvertretend für das behandelnde Krankenhaus der beiden mit. Im kritischen Zustand befinde sie sich - im Gegensatz zu ihrem 66 Jahre alten Vater - nicht mehr.

„Ihr Zustand ist jetzt stabil“, erklärte die Behörde. Die 33-Jährige habe gut auf die Behandlung reagiert, müsse aber weiter rund um die Uhr von Experten umsorgt werden, sagte die medizinische Direktorin des Krankenhauses von Salisbury, Christine Blanshard.

Mit militärischem Nervenkampfstoff vergiftet

Der Ex-Agent Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos in der englischen Stadt Salisbury gefunden worden. Nach britischen Behördenangaben wurden sie mit einem militärischen Nervenkampfstoff vergiftet. Sie befanden sich seither im Krankenhaus in einem kritischen Zustand. Großbritannien hat Russland für den Angriff die Schuld gegeben, Moskau bestreitet die Vorwürfe.

Das Verbrechen an Skripal und seiner Tochter hat eine diplomatische Krise zwischen Russland und dem Westen ausgelöst. Zahlreiche westliche Länder, darunter die USA und Deutschland, wiesen als Reaktion auf den Anschlag russische Diplomaten aus. Am Donnerstag schloss sich auch die frühere Sowjetrepublik Georgien diesem Vorgehen an.

Russisches Außenministerium spricht von „Betrug“

Die Ermittler glauben, dass die beiden Anschlagsopfer wahrscheinlich an der Haustür von Sergej Skripals Unterkunft in Salisbury mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen sind. Dort wurde laut Polizeiangaben die höchste Konzentration des Giftes festgestellt.

Der ehemalige russische Militärgeheimdienstspezialist Skripal wurde 2006 in Russland wegen Spionage für Großbritannien verurteilt. Er saß in Russland im Gefängnis, bis er 2010 bei einem Agentenaustausch frei kam und sich in England niederließ.

Das russische Außenministerium tat die Vorwürfe der westlichen Welt am Donnerstag abermals als Lügen ab. Die britische Anschuldigung, dass Russland hinter dem Giftanschlag stecke, entspreche einem „Betrug“ und einer „internationalen Provokation“, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Die Ausweisungen russischer Diplomaten seien ein Resultat des „kolossalen“ Drucks, den die USA und Großbritannien ausgeübt hätten. Russland werde sehr bald darauf reagieren.

Von RND/AP/mkr

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