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Politik Tony Blair fordert zweites Brexit-Referendum
Nachrichten Politik Tony Blair fordert zweites Brexit-Referendum
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18:32 28.10.2016
Nennt den Brexit eine „Katastrophe“: Der frühere britische Regierungschef Tony Blair. Quelle: dpa
London

Der frühere britische Regierungschef Tony Blair hat die Möglichkeit eines zweiten Brexit-Referendums ins Spiel gebracht. Die Entscheidung der Briten Ende Juni, aus der EU auszutreten, sei eine „Katastrophe“, sagte der Labour-Mann Blair dem Sender BBC.

Blair: „Ernsthafte“ wirtschaftliche Folgen drohen

Wenn deutlich werde, was ein Ausscheiden tatsächlich bedeute, solle man die Menschen nochmals entscheiden lassen, „entweder durch das Parlament oder eine Wahl oder möglicherweise durch ein weiteres Referendum“, forderte Blair am Freitag.

In einem Beitrag für die Zeitung „The New European“ rief Blair die EU- Befürworter auf, aktiv zu werden. Kürzlich geführte Gespräche mit dem französischen Präsidenten François Hollande hätten ihn davon überzeugt, dass der Ausstieg aus der Europäischen Union angesichts unnachgiebiger EU-Spitzen „sehr, sehr hart“ ausfallen werde. Wenn Großbritannien den Zugang zum europäischen Binnenmarkt behalten wolle, müsse es wesentliche Zugeständnisse machen, schrieb Blair. Andernfalls drohten „ernsthafte“ wirtschaftliche Folgen.

May-Regierung hält nichts von Blairs-Vorstoß

Die britische Regierung wies Blairs Vorstoß umgehend zurück. Ein Sprecher von Downing Street erklärte: „Es wird kein zweites Referendum geben.“ Premierministerin Theresa May sei in dieser Frage „absolut klar - das britische Volk hat gesprochen, wir hören, wir werden die Europäische Union verlassen.“

Die Tory-Regierung von Premierministerin May lehnt eine zweite Volksabstimmung kategorisch ab. „Brexit heißt Brexit“, so ihr Slogan. Die Austrittsverhandlungen mit der EU will May bis spätestens Ende März beginnen. Bei dem historischen Referendum am 23. Juni stimmten 52 Prozent der Briten für einen EU-Austritt. 

Von dpa/afp/RND/zys

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