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Nachrichten Politik Trinkgelage in Polizeischule hat ein Nachspiel
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19:24 28.10.2016
Eine traditionelle Willkommensparty für neue Polizeianwärter ist in Thüringen aus dem Ruder gelaufen. Die unmittelbare Folge: Zwei Kündigungen. Quelle: dpa
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Meiningen

Nach einem Trinkgelage in der Polizeischule in Meiningen droht Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) der Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit Konsequenzen. „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dass Alkohol, darunter wohl auch harte Spirituosen, auf Einladung und Kosten der GdP konsumiert wurden, so kann dies nicht ohne Konsequenzen für die Zukunft bleiben“, erklärte der Minister am Freitag in Erfurt.

GdP-Landeschef nennt Vorwurf „unterirdisch“

Nach Angaben seines Ministeriums hatte GdP-Landeschef Kai Christ nach derzeitigem Ermittlungsstand zum kostenlosen Alkoholkonsum aufgerufen. Bereits im vergangenen Jahr war bei einer Feier in der Polizeischule zu viel Alkohol getrunken worden.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) hat den GDP-Chef zum Rapport einbestellt. Quelle: dpa

Christ wehrte sich gegen die Darstellung Poppenhägers. „Ich habe nicht zum Konsum von Alkohol aufgerufen“, sagte der Gewerkschafter auf Anfrage. Es sei „unterirdisch“, dass Poppenhäger eine solche Behauptung verbreitet, ohne vorher mit ihm darüber gesprochen zu haben. „Ich kann das nicht nachvollziehen, dass er so reagiert hat.“ Deshalb mache er sich auch ernsthafte Gedanken darüber, was ihn noch alles erwarte. Poppenhäger hat den Leiter des Bildungszentrums laut seinem Ministerium für kommende Woche zum Rapport einbestellt.

Traditionelle Willkommensparty

Zwei Polizeianwärter hatten nach offiziellen Angaben bei der Feier über die Stränge geschlagen. Sie hätten im Nachgang gekündigt, als sie mit den Vorwürfen konfrontiert wurden. „Für mich sind diese beiden Polizeianwärter nicht die Hauptverantwortlichen für die Vorfälle innerhalb der Bildungseinrichtung“, erklärte Poppenhäger. So etwas dürfe nicht toleriert werden. Führungskräfte der Polizei und Funktionäre der Gewerkschaft sollten „unseren jungen Polizeibeamten nicht ihre berufliche Zukunft verbauen, sondern sie in ihrem Werdegang unterstützen“, forderte der Minister.

Christ erklärte, er sei zu einer traditionellen Willkommensparty für die neuen Polizeianwärter im Bildungszentrum gewesen. Dabei habe er zunächst gesagt, die Gewerkschaft zahle für das, was an diesem Abend „verzehrt“ werde. Die Polizeianwärter hätten bislang noch kein Gehalt bekommen. Später habe er die angehenden Polizisten aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie am nächsten Tag nüchtern beim Appell stehen müssten.

Diesen Hinweis hätten auf der Feier auch alle Anwärter beherzigt. Die beiden jungen Männer, die zu viel Alkohol getrunken hätten, haben das nach Darstellung von Christ auch nicht auf der Feier getan, sondern anschließend auf ihrem Zimmer in der Unterkunft der Schule.

Von dpa/RND/zys

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