Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Trotz Konflikt: Petry und Meuthen wollen weitermachen

Parteien Trotz Konflikt: Petry und Meuthen wollen weitermachen

Zuletzt haben sie auf offener Bühne gestritten. Vordergründig über den Umgang mit Antisemitismus in der AfD. Tatsächlich aber wohl eher um den Führungsanspruch. Jetzt wollen Petry und Meuthen wieder zusammenarbeiten. Sagen sie zumindest.

Voriger Artikel
Erdogan lässt Merkel abblitzen
Nächster Artikel
Länder wollen Notunterkünfte für Flüchtlinge schließen

Frauke Petry, AfD-Bundesvorsitzende, nach einem Gespräch mit Jörg Meuthen in Stuttgart.

Quelle: Christoph Schmidt

Kremmen/Bingen. Trotz ihres Streits über die Spaltung der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag wollen die Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen die AfD weiter gemeinsam führen. Petry verlas am Samstag bei einem Parteitag der Brandenburger AfD in Kremmen eine entsprechende Erklärung.

"Die Einheit der Alternative für Deutschland zu wahren, Sachpolitik im Sinne unseres Landes und seiner Bürger zu machen und diesem Auftrag persönliche und interne Belange unterzuordnen ist uns gemeinsam wichtig", zitierte sie aus dem gemeinsamen Schreiben, das im Laufe des Tages veröffentlicht werden sollte. "Wir waren uns in der Frage der klaren Abgrenzung gegen Antisemitismus, Rassismus, Extremismus jeglicher Art immer einig."

Meuthen versicherte auf einem Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz in Bingen: "Frau Petry und ich können, wollen und werden gemeinsam zum Wohle der Partei zusammenarbeiten." Er räumte ein: "Ein Konflikt ist da definitiv gewesen." Man dürfe einen Dissens in der Sache haben, müsse aber trotzdem kooperieren. Meuthen versicherte, es gebe keinen Machtkampf zwischen Petry, ihm und AfD-Vize Alexander Gauland. "Führungsstil allerdings ist ein Thema, und das müssen wir klären."

Meuthen hatte am Dienstag als Vorsitzender die AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag mit 12 Mitstreitern verlassen, weil er keine ausreichende Mehrheit für den Ausschluss des Abgeordneten Wolfgang Gedeon wegen antisemitischer Äußerungen bekommen hatte. Petry hatte Meuthen vergeblich aufgefordert, die Spaltung rückgängig zu machen. Dieser hat inzwischen eine neue Fraktion mit dem Namen Alternative für Baden-Württemberg gegründet.

Der Brandenburger AfD-Chef Gauland kritisierte Petry für ihre Einmischung scharf. "Das wollen wir in unserem Landesverband nicht, das wollen die Kollegen in den anderen Landesverbänden nicht - und deswegen darf es das nicht geben", sagte er. "Grenzüberschreitung kann ins politische Aus führen", fügte Gauland hinzu. "Und Antisemitismus ist eine solche Grenzüberschreitung."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagte eine Zunahme rechtsradikale Einflüsse in der AfD. "Parteifunktionäre der AfD machen Hass und Hetze gegen Migranten und Minderheiten salonfähig", sagt er dem "Spiegel". Er könne nicht erkennen, wo sich die AfD klar von antisemitischen und antijüdischen Ressentiments distanziere.

Meuthen machte klar, dass er keine Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 anstrebt. "Ich habe da keine Ambitionen", versicherte er am Rande des Parteitags in Bingen. Vor den rund 200 Mitgliedern betonte er: "Ich muss nicht nach Berlin, ich arbeite sehr, sehr gerne in Stuttgart." Bisher ist offen, wer die AfD in die Bundestagswahl führt. In der Partei gibt es starke Widerstände gegen Petry. Mehrere führende AfD-Politiker hatten zuletzt gewarnt, sie dürfe sich nicht als alleinige Spitzenkandidatin in Stellung bringen.

AfD-Mitbegründer Konrad Adam fürchtet angesichts der Querelen um den Fortbestand seiner Partei. "Der öffentliche Machtkampf hat ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". Eine zweite Spaltung würde die AfD schwerlich überstehen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • In Bewegung
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2017 wieder schöne Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2017 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr