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Politik Trump bricht Reise in demilitarisierte Zone ab
Nachrichten Politik Trump bricht Reise in demilitarisierte Zone ab
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08:36 08.11.2017
Donald Trump und Melania Trump landen in Pyeongtaek. Quelle: AP
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Seoul

US-Präsident Donald Trump musste einen Besuch in der demilitarisierten Zone (DMZ) auf der Koreanischen Halbinsel ausfallen lassen. Der Hubschrauber des Präsidenten startete am Mittwochmorgen (Ortszeit) in Seoul, drehte dann aber wegen starken Nebels. Die Piloten des Marine One konnten nicht genug erkennen, um eine sichere Landung zu gewährleisten. Laut der Pressesprecherin des Weißen Hauses reagierte Trump „ziemlich frustriert“ auf den Ausfall des Termins. Er war durch geheime Briefings darauf vorbereitet worden.

Trump sollte den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In in dem Grenzgebiet treffen. Für beide wäre dies eine „historische“ Situation gewesen, sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders. „Es sollte ein Symbol der starken Allianz sein.“ Dass beide das Aufeinandertreffen geplant hätten, zeige die Wichtigkeit des Ganzen.

Die entmilitarisierte Zone liegt zwischen Nord- und Südkorea und ist eine der umstrittensten Gegenden der Welt. In der Zone sind die Sicherheitsvorkehrungen sehr hoch. In einem Konferenzraum geht die Trennung sogar so weit, dass die Tische zur Hälfte im Norden und zur Hälfte im Süden stehen.

Seit Ronald Reagan hat jeder US-Präsident der Zone einen Besuch abgestattet. Lediglich George H.W. Bush absolvierte den Trip als Vizepräsident. Vor Journalisten hatte Trump am Dienstagabend gesagt, es stehe ein „aufregender Tag“ bevor.

Warnung an Nordkorea: „Fordert uns nicht heraus“

Zurück in Seoul sprach der US-Präsident anschließend vor der Nationalversammlung. In seiner Rede richtete er erneut warnende Worte an Pjöngjang. „Amerika sucht keinen Konflikt. Aber wir gehen ihm nicht aus dem Weg“, sagte Trump. „Jetzt ist die Zeit für Stärke. Wenn du Frieden willst, musst du jederzeit mit Stärke agieren.“ Trump rief dazu auf, dass alle Nationen Nordkorea isolieren sollten und warnte davor, die USA zu unterschätzen oder herauszufordern. Das Land werde laut Trump „wie eine Sekte regiert“.

Nach seinem Aufenthalt in Korea ist Trump gemeinsam mit First Lady Melania weiter nach China gereist. Unter anderem ist ein Besuch in den Kaiserpalästen der Verbotenen Stadt vorgesehen. Aus Sicht des Weißen Hauses ist der Aufenthalt in Peking das Herzstück der gesamten Asienreise. Ziel Trumps ist es, China zu mehr Hilfe im Konflikt mit Pjöngjang zu bewegen.

Von RND/dpa

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