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Politik Trump kennt Atomwaffenvertrag nicht
Nachrichten Politik Trump kennt Atomwaffenvertrag nicht
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14:25 10.02.2017
Ende Januar hat Donald Trump mit Wladimir Putin telefoniert und sich dabei fotografieren lassen. Quelle: imago
Washington

In seinem ersten Telefonat mit Wladimir Putin hat Donald Trump den Atomwaffenvertrag „New START“ mit Russland als schlechten Deal für die USA bezeichnet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zu Freitag exklusiv berichtete, sagte Trump in dem Telefonat, welches der US-Präsident am 28. Januar führte, dass der Vertrag Russland bevorteile.

Putin hatte zuvor die Möglichkeit ins Spiel gebracht, „New START“ zu verlängern. Daraufhin musste Trump das Telefonat unterbrechen und seine Mitarbeiter fragen, worum es sich dabei handele. Als Quelle für diesen Vorgang nennt Reuters zwei Regierungsbeamte und einen ehemaligen Regierungsbeamten, welche die Aufzeichnungen des Telefonats gelesen hatten. Die Notizen selbst unterlägen der Geheimhaltung, so Reuters.

In den letzten Wochen hat Trump fleißig mit Staatschefs anderer Nationen telefoniert. Nicht immer ging es dabei harmonisch zu. Insiderquellen haben enthüllt, mit wem sich Trump angelegt hat.

„New START“ wurde 2010 von der Obama-Administration abgeschlossen und hält die Zerstörung von 1550 nuklearen Sprengköpfen in den USA und Russland bis 2018 fest. Damit würde die Anzahl der Atomwaffen in beiden Ländern auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten sinken. Trump hatte bereits im Wahlkampf behauptet, dass Russland die USA mit „New START“ überlistet hätte.

Weißes Haus sucht nach undichten Stellen

Die neuesten Enthüllungen haben das Weiße Haus einmal mehr alarmiert: Nachdem bereits Details über andere Telefonate mit ausländischen Staatschefs bekannt geworden sind, wird immer deutlicher, dass es mehrere undichte Stellen in der Trump-Administration gibt. „Es ist sehr bedenklich“, sagt der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer. „Die Vorstellung, dass man keine Unterhaltung führen kann, ohne dass Informationen nach außen dringen. Wir versuchen hier ernste Angelegenheiten im Sinne des Landes zu regeln.“ Auch der Präsident selbst sei „sehr besorgt“, so Spicer.

Insiderwissen aus dem Weißen Haus hat derzeit Konjunktur. Seit Anfang Januar existiert ein Twitteraccount, der behauptet, direkt aus der amerikanischen Machtzentrale zu twittern. @RoguePOTUSStaff hat innerhalb von wenigen Tagen bereits knapp 750.000 Follower gesammelt. Wer dahinter steckt, ist nicht bekannt, aber es gibt Indizien dafür, dass die Quelle des Accounts einen guten Draht ins Weiße Haus hat.

Von RND/aks

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