Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Trump will auf Präsidentengehalt verzichten
Nachrichten Politik Trump will auf Präsidentengehalt verzichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:02 14.11.2016
CBS-Moderatorin Lesley Stahl mit Donald und Melania Trump im Trump Tower. Bei dem Interview sind auch Ivanka (vorne r.) und Tiffany (hinten l.) sowie die Söhne Donald (hinten, v.l.) und Eric.  Quelle: CBS
Anzeige
New York

 Vergangenen Dienstag hat Amerika den Multimilliardär Donald Trump als seinen 45. Präsidenten gewählt. Am Sonntagabend gab der 70-Jährige dem amerikanischen Fernsehsender CBS nun sein erstes Interview nach der Wahl. „60 Minutes“-Moderatorin Lesley Stahl traf den designierten Präsidenten im New Yorker Trump Tower. Mit dabei waren auch seine Frau Melania, die Töchter Ivanka und Tiffany sowie seine Söhne Donald und Eric. Die wichtigsten Aussagen des Interviews im Überblick:

Ausweisung illegaler Migranten und Mauerbau

Bereits vor der Ausstrahlung des Interviews wurde bekannt, dass Trump nach seinem Amtsantritt im Januar bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente ausweisen will. Es handele sich bei den Migranten um Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder, sagte Trump: „Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein.“

Auch am geplanten Mauerbau an der Grenze zu Mexiko will Trump festhalten – allerdings mit Abstrichen. Auf die Frage, ob er wirklich eine Mauer bauen wolle, antwortete Trump im CBS-Interview: „Ja“. In einigen Gebieten könnte es aber auch „etwas Einzäunung“ geben, sagte er.

Trump über das Präsidentenamt

Vor seiner neuen Aufgabe als Präsident der Vereinigten Staaten fürchtet sich Trump offenbar nicht. Auf die Frage, wie er über sein künftiges Amt denkt, antwortete er: „Ich respektiere es. Aber ich habe keine Angst davor.“

Trump verzichtet auf Gehalt

Trump will als Präsident nicht das übliche Salär für dieses Amt in Anspruch nehmen. Er werde bloß einen symbolischen Dollar pro Jahr akzeptieren. Laut CBS liegt das übliche jährliche Einkommen eines US-Präsidenten bei 400.000 Dollar (ungefähr 370.000 Euro).

Trump wendet sich an Kritiker

Mit versöhnlichen Worten hat sich Donald Trump an seine Kritiker gewandt. Den Menschen, die in den vergangenen Tagen in vielen Städten gegen ihn demonstrierten, wolle er sagen: „Habt keine Angst“. Seine Kritiker forderte er auf, ihm „ein bisschen Zeit“ zu geben.

Trump verurteilt Übergriffe seiner Anhänger

Der Rechtspopulist verurteilte jegliche Übergriffe gegen Angehörige von Minderheiten; mehrere solcher verbalen und körperlichen Attacken waren nach Trumps Wahlsieg gemeldet worden. „Ich hasse es, so etwas zu hören, und es macht mich traurig, so etwas zu hören“, sagte er. „Wenn es hilft, werde ich folgendes sagen, und ich werde es direkt in die Kameras sagen: Hört auf damit!“

Trump über die Clintons

Gerdazu schwärmerisch hat Trump von seiner geschlagenen Rivalin Hillary Clinton und ihrem Mann Bill berichtet. Hillary habe ihm in einem „reizenden“ Telefonat in der Wahlnacht zu seinem Sieg gratuliert, sagte er dem Sender CBS. „Sie hätte nicht netter sein können. Sie sagte schlicht, „Glückwunsch, Donald, gut gemacht“ - und ich antwortete: „Du warst eine großartige Konkurrentin.“ Sie ist sehr stark und sehr klug.“

Bill habe ihn dann am Donnerstag nach der Wahl angerufen, und auch er „hätte nicht freundlicher sein können. Er sagte, es war ein erstaunliches Rennen - das erstaunlichste, das er jemals gesehen hat. Er war sehr, sehr, wirklich sehr nett.“

Homo-Ehe ist für Trump „okay“

Trump stelle zudem klar, dass er nicht an der Legalisierung der Homo-Ehe durch das Oberste Gericht der USA rütteln werde. „Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht“, sagte er. Er persönlich habe nichts gegen gleichgeschlechtliche Ehen: „Für mich ist das okay“, sagte Trump.

Abtreibungen und Waffengesetz

In anderen gesellschaftspolitischen Fragen kündigte Trump eine klar konservative Linie an: Für das Oberste Gericht werde er nur Kandidaten nominieren, die gegen Abtreibung und für das Recht auf Waffenbesitz seien.

Nach der Ausstrahlung schilderte die Moderatorin Lesley Stahl ihren Eindruck von Trump. Für den Multimilliardär war es das neunte Interview bei „60 Minutes“ – aber das erste in seiner Rolle als gewählter US-Präsident. Stahl beschrieb Trump als „dezenter und ernsthafter“. „Ich habe eine große Veränderung bemerkt“, sagte sie.

Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

Von RND/dpa/are

Anzeige