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Nachrichten Politik Trump wirbt Rekord-Budget für Vereidigungsfeier ein
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14:13 15.01.2017
Blickt nach vorne: der künftige US-Präsident Donald Trump. Quelle: dpa
Washington

Eigentlich müssen bloß 35 Wörter aufgesagt werden. Dass der Amtseid eines US-Präsidenten mit viel Tamtam gefeiert wird, ist jedoch seit Jahrzehnten Tradition. Die Paraden, Empfänge und Konzerte locken oft Hunderttausende Menschen nach Washington. Die Kosten gehen in die Millionen. Trotzdem dürfte das Begleichen der Rechnungen für Donald Trump kaum zum Problem werden. Denn das für seine Vereidigung zuständige Komitee hat von privaten Spendern die Rekordsumme von insgesamt mehr als 90 Millionen Dollar (85 Millionen Euro) eingesammelt.

Zum Vergleich: Barack Obama konnte 2009 mit einem Budget von 55 Millionen Dollar kalkulieren. Vier Jahre später standen ihm 43 Millionen Dollar zur Verfügung. So viel wie Trump hat in der Geschichte der USA noch nie ein designierter Präsident für seine Amtseinführung erhalten. Die Frage ist allerdings, was er daraus macht. Große Stars wurden bislang nicht angekündigt. Auch die Zahl der offiziellen Bälle wird voraussichtlich eher gering sein.

Eine Stadt im Ausnahmezustand: 2013 kamen Tausende zur National Mall in Washington (USA) während der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama. Quelle: dpa

Chefplaner Tom Barrack begründete die vermeintliche Zurückhaltung damit, dass Trump und sein Team eine „zirkus-ähnliche Atmosphäre“ vermeiden wollten. Stattdessen solle die Art der Ausrichtung eine „Zurück an die Arbeit“-Haltung widerspiegeln.

Trump wünscht sich einen „sehr, sehr geschmackvollen Tag“

Trump selbst stellte einen „sehr, sehr geschmackvollen Tag“ mit „gewaltigen Menschenmassen“ in Aussicht. Gemessen an seinem Vorgänger wird er es persönlich aber wohl etwas ruhiger angehen lassen. Obama zeigte sich bei seiner ersten Amtseinführung 2009 auf zehn Bällen. Trump dagegen hat nur drei Besuche geplant. Der Republikaner will auch die Dauer der Parade durch die Stadt auf 90 Minuten beschränken – die längste Parade, die zur Vereidigung von Dwight Eisenhower im Jahr 1953, dauerte mehr als viereinhalb Stunden.

Die beiden Feiern von Obama waren zudem von Auftritten zahlreicher Stars geprägt. Bei der Vereidigung von Trump werden die angesagten Promis aus Hollywood und aus dem Musik-Business dagegen wohl eher durch Abwesenheit glänzen. Als „Headliner“ für den kommenden Freitag (20. Januar) wurden der „Mormon Tabernacle“-Chor, die Tanztruppe „Radio City Rockettes“ und die 16-jährige Nachwuchssängerin Jackie Evancho angekündigt.

Tanzen für den neuen Präsidenten – wenn sie nicht auch noch absagen: die „Radio City Rockettes“. Quelle: imago

Überschüssiges Geld soll für wohltätige Zwecke genutzt werden

Trump-Sprecher Boris Epshteyn teilte derweil mit, dass alles überschüssige Geld wohltätigen Zwecken zugutekommen werde. Welche Organisationen dabei bedacht werden könnten, wurde aber nicht bekannt gegeben - und in der Vergangenheit ist aus Spendenzusagen von Trump auch nicht immer wirklich etwas geworden. Obama hatte Kerrigan zufolge Reste aus dem Budget seiner ersten Amtseinführung etwa für das traditionelle Ostereierrollen im Garten des Weißen Hauses verwendet.

Spätestens 90 Tage nach der Vereidigungsfeier müssen die Veranstalter öffentlich machen, wer alles einen Beitrag geleistet hat. Einige Spender sind bereits bekannt: Der Flugzeughersteller Boeing hat eine Million Dollar (950.000 Euro) beigesteuert, der Ölkonzern Chevron 500.000 Dollar (470.000 Euro). Der Mobilfunkanbieter AT&T hilft nicht nur finanziell aus, sondern wird am Tag selbst auch die Kapazitäten seiner Netze vor Ort verfünffachen. Während aber andere Präsidenten sämtliche Spender stets gleich beim Eingang einer Zahlung genannt hatten, herrscht in diesem Jahr bezüglich eines großen Teils der Gelder noch Unklarheit.

Von RND/ap

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