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Politik Trumps Frauen-Wahl sorgt für Kritik
Nachrichten Politik Trumps Frauen-Wahl sorgt für Kritik
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07:04 24.11.2016
Die konservative Bildungsreformerin und Großspenderin Betsy DeVos soll das Bildungsministerium in der Regierung Trump übernehmen. Quelle: afp
New York

Bislang hatte Donald Trump nur Männer in seine Regierung geholt – nun hat der designierte US-Präsident erstmals zwei Frauen für Posten nominiert. Die Gouverneurin des südlichen Bundesstaates South Carolina, Nikki Haley, soll neue US-Botschafterin für die Vereinten Nationen werden. Die Unternehmerin und Philanthropin Betsy DeVos will der Republikaner zur Bildungsministerin machen, wie er am Mittwoch mitteilte. Der Senat muss beiden Personalien zustimmen.

Beide Personalien sind umstritten. Haley wird mangelnde außenpolitische Erfahrung vorgeworfen, die künftige Bildungsministerin DeVos wird von der Lehrergewerkschaft abgelehnt.

DeVos soll für „Bildung auf Weltniveau“ sorgen

Die 58-jährige DeVos war Vorsitzende der republikanischen Partei in Michigan und tritt seit Jahren für eine Reform des Schulsystems ein. DeVos, Vorsitzende einer Investmentfirma und Milliardärin, fordert Gelder dafür, dass Eltern über die öffentlichen Schulen hinaus entscheiden können, in welche Einrichtung sie ihr Kind schicken.

Die Lehrergewerkschaft NEA reagierte mit Empörung auf die Nominierung der Bildungsreformerin. DeVos habe es sich zum Ziel gemacht, das staatliche Schulsystem „zu privatisieren, zu entprofessionalisieren und zu unterminieren“, kritisierte NEA-Vorsitzende Lily Eskelsen Garcia.

DeVos soll den Demokraten John King ablösen. Sie ist auf der nationalen Ebene bislang kaum in Erscheinung getreten. Trump bezeichnete sie als „brillante und leidenschaftliche Bildungsaktivistin“. „Sie wird die Bürokratie brechen, die unsere Kinder zurückhält“, kündigte er an. Ziel sei es, eine „Bildung auf Weltniveau“ anzubieten und den Eltern mehr Spielraum bei der Wahl der Schule für ihre Kinder zu geben.

Einstige Trump-Kritikerin als UN-Botschafterin

Haley war seit einigen Tagen für ein Amt im Gespräch. Sie würde im Januar auf UN-Botschafterin Samantha Power folgen. „Sie wird uns als großartige Anführerin auf der Weltbühne vertreten“, sagte Trump. Die Tochter indischer Einwanderer hat als Gouverneurin zwar mehrere Handelsdelegationen angeführt, um etwa Wirtschaftsbeziehungen South Carolinas mit Unternehmen in Indien, Japan oder Deutschland zu verbessern.

Ansonsten besitzt sie aber kaum außenpolitische Expertise und hatte auch keinen Posten auf Bundesebene inne. Haley habe Verträge ausgehandelt, sagte Trump, „und wir wollen viele Deals machen“.

Im vergangenen Jahr machte Haley mit der Forderung Schlagzeilen, die umstrittene Konföderierten-Flagge vom Kapitol in dem südlichen Bundesstaat zu entfernen. Das brachte ihr über Parteigrenzen hinweg Anerkennung ein. Im US-Wahlkampf hatte Haley Trump mehrfach offen kritisiert. Er sei „alles, was ein Gouverneur sich nicht von einem Präsidenten wünscht“, sagte sie. Im Oktober erklärte sie schließlich, Trump zu wählen, obwohl sie „kein Fan“ sei.

Von dpa/afp/RND/zys

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