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Politik Türken in Deutschland können abstimmen
Nachrichten Politik Türken in Deutschland können abstimmen
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07:49 07.06.2018
Wahlhelfer bereiten am Olympiastadion in Berlin ein Wahllokal für die türkische Präsidentenwahlen vor. Quelle: dpa
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Berlin/Istanbul

Gut 1,4 Millionen Wahlberechtigte mit türkischem Pass können von diesem Donnerstag an in Deutschland ihre Stimme für die Parlaments- und Präsidentenwahlen in der Türkei abgeben. Wie mehrere türkische Generalkonsulate mitteilten, werden die Wahllokale bis zum 19. Juni geöffnet sein - in den meisten Fällen schon ab den Morgenstunden. Eine Stimmabgabe ist möglich etwa in Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Hürth oder auch in München, Nürnberg und Stuttgart. In der Türkei wird erst am 24. Juni gewählt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der seit dem Putschversuch vor fast zwei Jahren rigoros gegen Kritiker vorgeht, strebt eine Wiederwahl an. Nach jüngsten Umfragen gilt eine Wahl bereits im ersten Wahlgang nicht als gesichert. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, wird diese in Deutschland vom 30. Juni bis 4. Juli stattfinden. In der Türkei würde eine zweite Wahlrunde am 8. Juli die Entscheidung bringen.

Bei einem Wahlkampfauftritt in der südwesttürkischen Stadt Mugla warb Erdogan am Mittwoch um massenhafte Unterstützung aus dem Ausland. „Bringt auch in Europa mit Gottes Hilfe die Urnen zum Platzen“, so sein Appell. In Deutschland, Österreich und Frankreich beginnt die Wahl an diesem Donnerstag, in anderen Ländern später. Insgesamt kann in 60 Ländern außerhalb der Türkei abgestimmt werden.

Erdogan mit hoher Zustimmung bei Türken in Deutschland

Mehr als drei Millionen Auslandstürken sind wahlberechtigt, die größte Gruppe - mehr als 1,4 Millionen - lebt in Deutschland. Auslandstürken stellen mehr als fünf Prozent aller türkischen Wähler. Bei einem knappen Ergebnis könnten ihre Stimmen entscheidend sein.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte kürzlich gesagt, er erwarte ein ähnliches Ergebnis bei den Stimmen in Deutschland wie beim Verfassungsreferendum im vergangenen Jahr, „womöglich sogar noch mehr“. Beim Referendum über die Einführung des von Erdogan angestrebten Präsidialsystems waren in Deutschland mehr als 63 Prozent der Stimmen auf das Lager des Präsidenten entfallen - deutlich mehr als in der Türkei selbst. Das Ergebnis hatte eine heftige Diskussion über die Integration von Türken ausgelöst.

Experten zufolge herrscht bei den Türken in Deutschland Unsicherheit und Misstrauen. Es gebe große Angst, offen über Politik zu sprechen, sagte Nordrhein-Westfalens Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) am Mittwoch in Köln. Osman Okkan vom KulturForum TürkeiDeutschland sprach von „geduckter Stimmung“ und weit verbreiteter Sorge vor Denunzierung. Viele befürchteten, als angebliche Anhänger der verbotenen PKK oder der Gülen-Bewegung zu Terroristen gestempelt zu werden, und hielten sich mit Meinungsäußerungen zurück.

Von RND/dpa

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