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Politik U-Bahn-Treter: Staatsanwalt prüft Mord-Anklage
Nachrichten Politik U-Bahn-Treter: Staatsanwalt prüft Mord-Anklage
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10:53 19.12.2016
Mit dieser Videoaufnahme war nach dem U-Bahn-Treter gefahndet worden. Quelle: dpa
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Berlin

Der festgenommene Hauptverdächtige der brutalen Trittattacke in einem Berliner U-Bahnhof ist einem Haftrichter vorgeführt worden. Bereits zuvor werde Svetoslav S. zu der Tat vernommen, bei der er Ende Oktober eine 26 Jahre alte Frau von hinten eine Treppe hinuntergetreten haben soll, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner. „Er hat sich geäußert, aber zum Inhalt seiner Aussage möchte ich derzeit noch nichts sagen.“

Der Verdächtige war am Samstagnachmittag auf dem Zentralen Omnibusbahnhof der Bundeshauptstadt in einem Bus aufgegriffen worden. Dem „rbb“ zufolge erkannte ein Fahrgast den Gesuchten und meldete das der Polizei noch vor der Ankunft des Busses in Berlin. Die Staatsanwaltschaft schweigt dazu.

Gegen den 27-Jährigen war am Donnerstag ein Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Der Bulgare soll Ende Oktober einer ahnungslosen Frau im U-Bahnhof Hermannstraße (Berlin-Neukölln) unvermittelt in den Rücken getreten haben. Die 26-Jährige stürzte daraufhin eine Treppe hinunter und brach sich einen Arm. Die Tat wurde von einer Überwachungskamera gefilmt. Besonders die demonstrative Teilnahmslosigkeit des weiterschlendernden Täters und dreier Begleiter hatten bundesweit für Empörung gesorgt.

Näheren Umstände der Festnahme noch unklar

Der Bus, in dem der mutmaßliche Gewalttäter bei seiner Ankunft in Berlin aufgegriffen wurde, kam nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Südfrankreich. Die näheren Umstände der Festnahme blieben zunächst unklar. Eine abschließende rechtliche Bewertung des Falles könne es erst nach Ende der Ermittlungen geben, sagte Steltner. „Selbstverständlich wird auch ein Tötungsdelikt geprüft.“

Hier ist Svetoslav S. den Fahndern ins Netz gegangen, am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin. Quelle: dpa

Mutmaßlicher Täter bereits als Hooligan aufgefallen

Ermittelt wird laut Justizangaben auch gegen zwei Brüder und einen Bekannten des Hauptverdächtigen. Sie sollen zusammen am Tatort gewesen sein. Ein jüngerer Bruder des 27-Jährigen war am Montag von der Polizei zunächst festgenommen worden. Ihm war aber laut Staatsanwaltschaft keine unmittelbare Tatbeteiligung nachzuweisen. Er kam wieder auf freien Fuß. Weitere Beteiligte wurden nach Angaben Steltners bisher nicht gefasst.

Zuletzt war unklar, ob sich der Hauptverdächtige bereits nach Bulgarien abgesetzt hatte. Nach Informationen eines bulgarischen Fernsehsenders soll er bereits wegen Diebstahls, Raubs und als Hooligan aufgefallen sein. Auch sei er Vater von drei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren.

Von RND/dpa

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