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Nachrichten Politik Trump sagt Treffen mit Putin nun doch ab
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20:23 29.11.2018
US-Präsident Donald Trump: Stimmungsumschwung in letzter Minute. Quelle: dpa/Evan Vucci
Washington

US-Präsident Donald Trump hat sein für Samstag geplantes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nun doch abgesagt. Er begründete die Entscheidung am Donnerstagabend (europäischer Zeit) auf Twitter damit, dass die von Russland festgenommenen ukrainischen Seeleute bisher nicht freigelassen worden seien.

Erst am Donnerstagnachmittag hatte Trump mitgeteilt, er gehe von einem Treffen mit dem russischen Präsidenten beim bevorstehenden G20-Gipfel in Buenos Aires aus. „Ich werde Präsident Putin vermutlich treffen“, hatte Trump in Washington vor seiner Abreise gesagt.

„Wir haben dieses Treffen nicht abgesagt. Ich habe darüber nachgedacht, aber wir haben es nicht getan.“ Allerdings werde er auf dem Flug nach Argentinien noch einen vollständigen Bericht zur Eskalation zwischen Russland und der Ukraine erhalten, der auf das geplante Treffen Einfluss haben könne, sagte Trump. „Ich denke, dass es eine gute Zeit ist, um das Treffen zu haben.“ Offenbar hat dieser Bericht zu einem Umdenken geführt.

Russland verärgert über Trumps Absage

Die russische Politik ist verärgert über die Absage von Trump, auch wenn der Kreml zunächst spöttisch reagiert hat. Falls die Absage stimme, habe der russische Präsident „ein paar zusätzliche Stunden für nützliche Treffen“ am Rande des Gipfels. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag, wie die Agentur Interfax meldete. Offiziell sei dem Kreml die veränderte Haltung des US-Präsidenten noch nicht bekannt. Russland verliere durch eine Absage nichts, sei aber immer zu Dialog bereit.

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko begrüßte die Absage dagegen. „So handeln große Staatsmänner“, schrieb Poroschenko am Donnerstagabend auf Twitter.

Trump dünnt Pläne für G20 weiter aus

Später schwächte Trump auch Pläne für ein offizielles Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ab. Die Zusammenkunft mit Erdogan werde nur eine kurze Begegnung, kein offizielles Treffen sein, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, auf dem Flug nach Buenos Aires nach Angaben mitfliegender Journalisten. Das gleiche gilt für sein Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-In.

Zu der Absage für das Treffen mit Putin habe Trump sich in Absprache mit seinem Stabschef John Kelly und Außenminister Mike Pompeo entschlossen, berichtete Sanders. Telefonisch zugeschaltet sei Sicherheitsberater John Bolton gewesen, der sich gegenwärtig in Brasilien aufhält. Trump hatte die Absage auf Twitter mit der Situation in der Ukraine begründet.

Mit Chinas Präsident will Trump sich weiterhin treffen

Das Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping soll dagegen weiterhin stattfinden. Trump sagte, er gehe davon aus, dass China eine Einigung im Handelsstreit erzielen wolle. „Ich denke, dass wir sehr nahe dran sind, etwas mit China zu tun, aber ich weiß nicht, ob es das ist, was ich tun möchte.“ Derzeit flössen Milliarden Dollar an Strafzöllen oder Steuern in die USA. „Ich bin offen dafür, einen Deal zu machen. Aber ehrlich gesagt mag ich den jetzigen Deal.“

Trump sagte weiter, er hätte sich in Buenos Aires auch mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman getroffen, wenn er Zeit dafür gehabt hätte. Der Kronprinz wird verdächtigt, vom Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul gewusst oder diesen sogar veranlasst zu haben. Trump hat betont, dass die Beweislage unklar sei und er die Beziehungen zu Saudi-Arabien darüber nicht gefährden möchte.

Von RND/dpa

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