Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 10 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Und es trifft doch: Soldaten haben keine Probleme mit G36

Verteidigung Und es trifft doch: Soldaten haben keine Probleme mit G36

Neue Berichte zum G36 stiften neue Verwirrung: Das Gewehr hat sich in Gefechten bewährt. Soldaten können die im Labor festgestellten Präzisionsprobleme nicht bestätigen. Hat Verteidigungsministerin von der Leyen das Gewehr voreilig ausgemustert?

Voriger Artikel
Gauck: Müssen uns gewachsener Verantwortung bewusst sein
Nächster Artikel
Asylrecht steht vor einer Verschärfung

Grundausbildung: Wehrpflichtige zerlegen G36-Gewehre in ihre Einzelteile und reinigen sie.

Quelle: Frank May/Archiv

Berlin. Die Bundeswehrsoldaten in den Auslandseinsätzen haben keine Präzisionsprobleme beim umstrittenen Sturmgewehr G36 festgestellt. Im Gegenteil: Die Waffe des Herstellers Heckler & Koch hat sich im Gefecht als besonders zuverlässig erwiesen.

Das ergab eine vom Verteidigungsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung, die damit den negativen Labortests zur Treffsicherheit aus dem Frühjahr widerspricht. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will trotzdem bei ihrer Entscheidung bleiben, 167 000 Gewehre auszumustern.

Die Ergebnisse der mündlichen und schriftlichen Befragung von 200 Soldaten wurden vom Grünen-Verteidigungsexperten Winfried Nachtwei und dem früheren Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus vorgestellt. "Die einsatzerfahrenen Soldaten haben die Qualifizierung des G36 als Pannengewehr widerlegt", urteilten die beiden.

Es sei kein Soldat im Einsatz gefährdet worden. Das Standardgewehr der Bundeswehr sei durchgängig als bedienungsfreundlich, leicht und kaum störanfällig gelobt worden. "Die Verlässlichkeit wurde besonders hervorgehoben", erklärte die Kommission.

Eine umfassende Laboruntersuchung hatte im Frühjahr das Gegenteil ergeben. Bei einer Erhitzung um 30 Grad sank die Trefferquote im Extremfall auf sieben Prozent. Dieser Untersuchung waren in den vergangenen fünf Jahren viele andere Tests und unterschiedliche Einschätzungen vorausgegangen, ohne dass Klarheit über die Qualität des Sturmgewehrs und seine Eignung für den Einsatz geschaffen wurde.

Von der Leyen gab nur eine kurze öffentliche Stellungnahme zu den Ergebnissen ab. "Wir werden das jetzt analysieren, in Ruhe aufarbeiten und dann auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen", sagte die CDU-Politikerin. Aus ihrem Ministerium hieß es aber, es wäre "unverantwortlich", über die Labortests hinwegzugehen. Die Entscheidung, das Gewehr ab 2019 auszumustern, wurde bekräftigt. Die Beschaffung einer neuen Waffe soll europaweit ausgeschrieben werden.

Die ersten Hinweise auf Präzisionsprobleme beim G36 gab es 2010. Das jahrelange Hin und Her wurde von einer weiteren vom Ministerium eingesetzten Kommission auf Mängel in den Organisationsstrukturen der Bundeswehr und des Ministeriums zurückgeführt. Es habe ein "unglückliches Zusammenwirken" verschiedener Stellen gegeben und nicht alle Verantwortlichen seien ihrer Verantwortung gerecht geworden, erklärte die Kommission unter Leitung des Commerzbank-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus-Peter Müller.

Insgesamt befassten sich vier vom Ministerium eingesetzte Kommissionen und Arbeitsgruppen mit der Aufarbeitung der G36-Affäre. Hinweise auf Korruption oder Unregelmäßigkeiten im Umgang mit dem Hersteller wurden dabei nicht festgestellt. "Die Geschäftsbeziehungen zu Heckler & Koch GmbH als größtem Lieferanten von Kleinwaffen für die Bundeswehr sind in ihrer Art und Ausprägung nachvollziehbar", erklärte das Ministerium. Allerdings läuft noch ein Gerichtsverfahren, in dem es darum geht, ob das G36 Mängel aufweist oder nicht.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Die Sparkasse Leipzig sucht für ihren Kalender 2018 die 12 besten Motive aus hunderten Einsendungen. Die Entscheidung fällt in einem Voting. Hier k... mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

25. April 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Welches Glück müssen wir jahrzehntelang gehabt haben, dass wir in Frieden und relativ sicher in Deutschland leben konnten – mit all den Türken, die das Land bevölkern.

mehr