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Union sackt auf 34 Prozent - AfD erstmals zweistellig

Parteien Union sackt auf 34 Prozent - AfD erstmals zweistellig

Die internen Querelen und Patzer der AfD - der Wähler hat sie schnell vergeben. Erstmals seit ihrer Gründung im Februar 2013 kommt die rechte Partei in einer Umfrage zur Wählergunst bundesweit auf zehn Prozent. Das Nachsehen hat die Union.

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Der Streit um die Flüchtlingspolitik beschert der AfD erstmals ein zweistelliges Umfrageergebnis.

Quelle: Paul Zinken

Berlin. Die Alternative für Deutschland gewinnt mit ihrem Anti-Asyl-Kurs weiter an Zustimmung - und zwar offenbar vor allem auf Kosten der Union. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU nur noch auf 34 Prozent, wie der neue INSA-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung ergab.

Das sind 1,5 Punkte weniger als in der Vorwoche. Dagegen gewinnt die rechtspopulistische AfD zwei Punkte hinzu und kommt damit erstmals auf 10 Prozent. Die SPD rutscht um einen halben Punkt auf 24 Prozent. Zugewinne verbuchen demnach auch die Linkspartei (11 Prozent/plus 1) und die FDP (6 Prozent/plus 0,5). Die Grünen rangieren stabil bei 10 Prozent.

Der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer hält es für möglich, dass die AfD angesichts der Flüchtlingskrise in der Wählergunst noch weiter zulegen wird.

"Wenn, wie die Umfragen zeigen, immer mehr Leute das Gefühl haben, die Politik habe die Kontrolle über das Problem verloren, wenn die Ängste und Sorgen der Bevölkerung über die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen der Flüchtlingswelle immer größer werden, wenn sich immer mehr Leute hiermit von den anderen Parteien alleingelassen fühlen, dann wird der Zuspruch für die AfD weiter ansteigen", sagte Niedermayer dem "Handelsblatt".

Die Linkspartei betonte, sie nehme die wachsende Zustimmung für die AfD ernst. Der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sagte dem Sender "n-tv", das bedeute für ihn, "die ganz konsequente Auseinandersetzung mit allen rassistischen, fremdenfeindlichen Äußerungen und Vorurteilen, die bedient werden".

Hans-Olaf Henkel, der die AfD im vergangenen Juli verlassen hatte und jetzt Mitglied der neuen Partei Alfa ist, sagte "Focus Online": "Die neuesten Aussagen über Schießbefehle gegen Flüchtlinge oder völkerwandernde Barbaren zeigen, dass der Weg der AfD auf dem Weg hin zur NPD unaufhaltsam ist." Parteienforscher Niedermayer sieht die heutige AfD zwar deutlich weiter rechts als vor der Abspaltung des Flügels um Henkel und AfD-Gründer Bernd Lucke. Er betonte jedoch, dies bedeute nicht, "dass alle potenziellen Wähler der AfD Rechtsextremisten sind".

dpa

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