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Politik Verdächtiges Paket in Restaurant von Robert de Niro entdeckt
Nachrichten Politik Verdächtiges Paket in Restaurant von Robert de Niro entdeckt
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13:46 25.10.2018
Der US-amerikanische Regisseur und Schauspieler Robert de Niro Quelle: Jörg Carstensen/dpa
New York

Zuerst wurden führende Persönlichkeiten der Demokatischen Partei und Medien bedroht, nun soll auch ein Schauspieler von den in den USA verschickten Paketbomben betroffen sein. Sprengstoffexperten der New Yorker Polizei haben am Donnerstag ein verdächtiges Paket aus einem Gebäude im Stadtteil Tribeca entfernt.

Die Polizei teilte mit, das Paket sei in Manhattan an der Ecke der Greenwich- und der Franklin-Straße gefunden worden. Dort befindet sich ein Restaurant, das dem Schauspieler Robert De Niro gehört. Laut US-Medienberichten soll das Paket in das Restaurant geschickt worden sein.

Falls das Paket zu der Serie an Bomben zählt, wäre es die achte Bombe, die an einen Kritiker von US-Präsident Donald Trump verschickt wurde. Es habe ähnlich ausgesehen und auch der Inhalt sei ähnlich. De Niro soll Trump einmal eine „nationale Katastrophe“ genannt haben.

Bereits am Vortag waren in den USA Paketbomben an führende Persönlichkeiten der Demokratischen Partei verschickt worden. Die Rohrbomben wurden auf dem Weg zu Barack Obama, Hillary und Bill Clinton und anderen abgefangen. Niemand wurde verletzt.

Eine erste Paketbombe wurde am Montag an das New Yorker Anwesen von George Soros zugestellt, einem liberalen Milliardär und Großspender für Belange der Demokraten. Eine weitere war für Ex-Justizminister Eric Holder bestimmt, doch landete die Sendung laut der Bundespolizei FBI im Büro der demokratischen Abgeordneten Debbie Wasserman Schultz. Ihre Adresse war als Absender sämtlicher Paketbomben angegeben.

Bombenfunde überschattet aufgeheizten Wahlkampf

Eine weitere Bombe wurde an das Haus von Ex-Präsident Obama in Washington geschickt. Ein Bombenentschärfungsteam der Polizei entfernte zudem einen Sprengsatz aus der Zentrale des Senders CNN in New York, die an Ex-CIA-Direktor John Brennan adressiert war. Das Gebäude wurde geräumt. Die an die Adresse der Clintons verschickte Paketbombe habe deren Anwesen in Chappaqua im Staat New York nicht erreicht, sagte ein Mitarbeiter. Das FBI fing zudem zwei Pakete für die Parlamentsabgeordnete Maxine Waters ab, die den anderen ähnelten.

Knapp zwei Wochen vor den Zwischenwahlen zum Parlament überschatteten die Bombenfunde den aufgeheizten Wahlkampf im politisch zutiefst gespaltenen Amerika. Die Paketbomben waren an einige der häufigsten Ziele von Präsident Donald Trumps Kritik adressiert, der weiterhin Hillary Clinton anfeindet und bei seinen Angriffen auf Medien häufig CNN genannt hat.

Ein Beamter mit Zugang zu den Röntgenbildern der Rohrbomben sagte, die Sprengsätze hätten Glasscherben und Pulver enthalten. Gebaut seien sie mit rund 15 Zentimeter langem PVC-Rohr, das mit Klebeband abgedeckt worden sei. Jede Bombe sei mit einer kleinen Batterie ausgestattet gewesen.

Trump sagte: „Akte oder Androhungen politischer Gewalt haben keinen Platz in den Vereinigten Staaten.“ Dieses „ungeheuerliche Verhalten“ sei „abstoßend“. Er kritisierte gleichwohl erneut die Medien und sagte, diese hätten „eine Verantwortung, einen höflichen Ton anzuschlagen und die endlosen Feindseligkeiten und anhaltenden negativen und oft falschen Attacken und Geschichten zu stoppen“.

Der Präsident von CNN Worldwide, Jeff Zucker, nannte Trumps Rhetorik nicht direkt als Inspiration für die Attentatsversuche, sagte aber, es gebe „im Weißen Haus einen totalen und vollständigen Mangel an Einsicht in die Ernsthaftigkeit ihrer anhaltenden Angriffe auf die Medien“.

Vorwürfe an Trump, politische Spannungen hervorzurufen

Brennan beschuldigte Trump, politische Spannungen im Land mit seiner Rhetorik anzufachen. Unglücklicherweise habe der Präsident zu oft dazu beigetragen, zu Gefühlen der Wut - wenn nicht gar zur Gewalt - anzustacheln, sagte der ehemalige Geheimdienstchef. Er verwies auf Fälle, in denen Trump auf Gewaltakte Bezug genommen oder davon gesprochen habe, gegen jemanden von der Presse auszuteilen.

Trump hatte erst vergangene Woche den republikanischen Kongressabgeordneten Greg Gianforte gelobt, der im vergangenen Jahr einen Reporter am Hals gepackt, zu Boden geworfen und geschlagen hatte, als dieser ihm Fragen stellte. Er selbst würde einen Gegner wie Ex-Vizepräsident Joe Biden noch schneller niederstrecken, prahlte Trump.

Im Wahlkampf behauptete er zudem, die Demokraten würden das Land zerstören, sollten sie bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit erhalten. Kritische Medienberichte hat er oft mit seinem Schlagwort „Fake News“ zurückgewiesen.

Von RND/ngo/dpa/AP

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