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Verdi kündigt Kampagne für höhere Renten an

Jahreswechsel Verdi kündigt Kampagne für höhere Renten an

Millionen Rentner kommen mit ihren Bezügen nicht über Grundsicherung im Alter hinaus. Die Gewerkschaften sehen darin zunehmend ein Problem mit sozialpolitischem Sprengstoff - und fordern ein energisches Umsteuern.

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Für Verdi-Chef Bsirske ist die Entwicklung des Rentenniveaus eine der zentralen sozialpolitischen Fragen der nächsten Jahre.

Quelle: Stephanie Pilick

Berlin. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit einer groß angelegten Kampagne in den kommenden Jahren für höhere Renten eintreten.

"Die Entwicklung des Rentenniveaus ist eine der zentralen sozialpolitischen Fragen der nächsten Jahre", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Verdi setzt diese Frage ganz oben auf die politische Tagesordnung." Der Vorstand der Deutschen Rentenversicherung DRV warnte vor einem starken Rückgang der Reserven der Rentenkasse.

Für Verdi habe das Thema die Dimension wie in den vergangenen Jahren der Mindestlohn, für dessen Einführung die Gewerkschaft gekämpft habe, sagte Bsirske. "Die Rente muss annähernd den Lebensstandard sichern."

Das Rentenniveau - das Verhältnis der Rentenhöhe eines Standardrentners zum Durchschnittsverdienst - liegt bei rund 48 Prozent. Es dürfte laut offizieller Schätzung auf knapp 45 Prozent im Jahr 2029 absinken. Unter 43 Prozent soll es laut politischer Festlegung bis 2030 nicht fallen. 

Bei Millionen Rentnern sei bereits absehbar, dass ihre Bezüge kaum über der Grundsicherung im Alter liegen werden. "Das wird eine enorme Herausforderung für die Legitimität der Rentenversicherung und der Volksparteien", sagte Bsirske.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach, die die Versicherten im DRV-Vorstand vertritt, sagte der dpa: "Der Niedriglohnbereich hat sich tief in viele Erwerbsbiografien gefräst und wird das weiter tun." Deshalb würden viele im Alter auf Grundsicherung angewiesen sein, selbst wenn sie Jahrzehnte in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Buntenbach forderte vor allem mehr Steuergeld für die Rentenkasse. "Es ist unverantwortlich, dass die Mütterrente mit fast sieben Milliarden Euro jedes Jahr aus Beitragsmittel bezahlt wird. Das muss aus Steuermitteln finanziert werden", sagte sie.

Noch ist die Rentenkasse mit einer Nachhaltigkeitsrücklage von zuletzt fast 34 Milliarden Euro gut gefüllt. Für die nächsten Jahre reiche das Geld, "um auch bei einer sich eintrübenden Konjunktur noch alle Renten problemlos leisten zu können", sagte Alexander Gunkel, Vorsitzender des DRV-Vorstands, der dpa. Gunkel, der auch Mitglied der Geschäftsführung des Arbeitgeberverbands BDA ist, sagte aber, ab 2020 müsse der Bund womöglich im Lauf eines Jahres mehr als geplant zuschießen, damit alle Renten gezahlt werden können. Mit teuren Frühverrentungsprogrammen wie der Rente mit 63 müsse Schluss sein.

dpa

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