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Politik Video von verletztem Jungen aus Aleppo sorgt für Erschütterung
Nachrichten Politik Video von verletztem Jungen aus Aleppo sorgt für Erschütterung
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16:52 18.08.2016
Screenshot des Webvideos vom Aleppo Media Center (AMC). Quelle: Aleppo Media Center (AMC)
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Leipzig

Ein Bild, ein kurzes Video und die Schrecken des Bürgerkrieges in Syrien schaffen es doch noch einmal aus dem Schatten des Nachrichtenüberdrusse heraus. So geschehen am Mittwoch und Donnerstag, als das blutüberströmte Gesicht eines fünfjährigen Jungen um die Welt ging. Das Kind war kurz zuvor in dem von Rebellen besetzten Teil von Aleppo aus einem bombardierten Haus gerettet worden. Er hat überlebt, viele andere auch an diesem Tag nicht.

Mitarbeiter des Aleppo Media Center (AMC) stellten kurze Zeit später eine kurze Sequenz seiner Rettung ins Internet. Die Bilder zeigen, wie der kleine Junge aus dem zerbombten Haus getragen wird, wie er anschließend allein in einem Krankenwagen sitzt. Das Video ist erschütternd, hat in wenigen Stunden eine Welle der Anteilnahme rund um den Globus erzeugt – so wie es sie seit langem trotz der erschreckenden Zustände im syrischen Kriegsgebiet nicht mehr gab.

Mehrere Medien bestätigten am Mittwoch unabhängig voneinander die Echtheit des Videos. Bei dem Jungen soll es sich um den fünfjährigen Omran D. handeln, berichtet beispielsweise ABC News. Angeblich soll er am Mittwochabend zusammen mit anderen Kindern in ein Krankenhaus in Aleppo gebracht und dort aufgrund seiner Kopfverletzungen behandelt worden sein.

Eltern und Geschwister gerettet

Vor Ort war auch der Fotograf Mahmud Raslan, der selbst Aufnahmen machte. Mittlerweile sei der nur leicht verletzte Omran zurück bei seinen Eltern, berichtete Raslan der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag nach einem Besuch bei der Familie. Die Eltern und alle vier Kinder seien bei dem Angriff unter Trümmern begraben, aber gerettet worden. Eine Stunde nach dem Angriff sei das gesamte Gebäude eingestürzt. Mit Journalisten wollen die Eltern ihm zufolge nicht sprechen. Und auch ihren Familiennamen nicht veröffentlicht sehen. Sie hätten Angst vor Racheakten des syrischen Regimes, erklärte Raslan.

Seit Beginn des Konflikts in Syrien 2011 sind vermutlich mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen. Sieben Millionen Syrer sind inzwischen auf der Flucht, die meisten leben in anderen Landesteilen oder in den syrischen Nachbarstaaten. Etwa eine Million syrischer Flüchtlinge hat auch den Weg in Richtung Europa auf sich genommen.

Das Video bei www.abc.net

mpu (mit dpa)

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