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20:33 09.04.2017
Angehörige und Schaulustige in Tanta (Ägypten) vor der koptischen Kirche St. Georg. Quelle: AP
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Tanta

Bei zwei Anschlägen auf koptische Kirchen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 43 Menschen getötet, mehr als 100 wurden verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Attacken für sich. Die Explosionen seien von Dschihadisten verursacht worden, berichtete das IS-Sprachrohr Amak. Die Mitteilung konnte zunächst nicht unabhängig auf Echtheit untersucht werden.

Die erste Detonation erschütterte eine dich gefüllte Kirche in der Stadt Tanta in Nordägypten. Dabei wurden 27 Menschen getötet und 78 verletzt. Der Fernsehsender CBC zeigte Bilder aus dem Inneren der Kirche, auf denen blutüberströmte Körper zu sehen waren, die man mit Papier abgedeckt hatte.

Groß-Imam verurteilt Anschlag auf „unschuldige Seelen“

Der zweite Anschlag traf in Alexandria die Kirche, in der der koptische Patriarch Tawadros II. zuvor den Palmsonntagsgottesdienst gefeiert hatte. Hier gab es laut Innenministerium mindestens 16 Tote, darunter drei Polizisten, und 41 Verletzte.

Der Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte den „feigen“ Anschlag auf die „unschuldigen Seelen“ beim Gottesdienst. Der Terroranschlag sei abscheulich, sagte der Chef der weltweit wichtigsten sunnitschen Lehreinrichtung.

Papst Franziskus sagte, er bete für die Toten und Verwundeten. Er sprach Patriarch Tawadros, der koptischen Kirche und allen Ägyptern sein tiefes Mitgefühl aus. Franziskus wird in wenigen Wochen zu einem Besuch in Ägypten erwartet.

IS verhöhnt Christen als „Lieblingsopfer“

Koptische Christen sind eine der ältesten Kirchen der Welt. Sie stellen rund zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung und sind wiederholt Ziel von Anschlägen islamischer Extremisten geworden. Viele Kopten haben den Staatsstreich des Militärs gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi unterstützt.

Im Dezember hatte sich ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat zu einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche in Kairo bekannt, bei dem rund 30 Menschen getötet wurden. Die IS-Miliz hatte zuvor in einer Videobotschaft allen ägyptischen Christen den Krieg erklärt und sie als ihre „Lieblingsopfer“ verhöhnt.

Von AP/dpa/epd/RND

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