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Politik Vier Tote nach Angriffen in London
Nachrichten Politik Vier Tote nach Angriffen in London
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10:11 23.03.2017
Vor dem Westminster Palast sind Schüsse gefallen. Quelle: dpa
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London

Bei einem Doppelanschlag am britischen Parlament sind nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet worden, unter ihnen auch der Täter. Mindestens 29 weitere Menschen wurden verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in London und korrigierte damit frühere Angaben. Zwischenzeitlich war die Polizei von fünf Todesopfern und fast 40 Verletzten ausgegangen.

Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Sie ging dabei von einem Einzeltäter aus.

Unter den Verletzten sind mindestens drei französische Schüler, wie das französische Außenministerium in Paris mitteilte. Unklar blieb zunächst, ob auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern sind.

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Vor dem Londoner Parlament sind am Mittwoch Schüsse gefallen. Mehrere Menschen sollen nach britischen Medienberichten verletzt worden sein. . Die Polizei sei um 15.40 Uhr (MEZ) gerufen worden. Die Londoner Polizei ging von einem „terroristischen Vorfall“ aus.

May beruft Sicherheitskabinett ein

Premierministerin Theresa May bestellte das Sicherheitskabinett ein. Sicherheitsberater und Geheimdienstvertreter, Rettungskräfte und Politiker würden noch am Mittwochabend zusammenkommen, sagte ein Regierungssprecher in London. Das britische Unterhaus hatte zuvor seine Sitzung unterbrochen.

Am Mittwochnachmittag habe ein Autofahrer zunächst auf der Brücke neben dem Parlament mehrere Menschen verletzt, unter ihnen drei Polizisten, sagte ein Sprecher von Scotland Yard. Demnach krachte das Auto in den Zaun des Parlaments. Der Mann griff auf dem Parlamentsgelände dann einen Polizisten mit einem Messer an. Der Angreifer wurde von anderen Polizisten niedergeschossen, der Polizist starb an den Folgen seiner Verletzungen. Eine Frau stürzte von der Brücke in die Themse, Rettungskräfte bargen sie lebend.

Er soll zuvor in einem Auto auf der Westminster Bridge in mehrere Fußgänger gerast sein. Bei der Amokfahrt fuhr ein dunkler SUV in eine Menschenmenge darunter in eine Gruppe französischer Schüler. Dabei seien mindestens zwei Menschen ums Lebens gekommen, sagte der Polizeichef.

In Luftaufnahmen war zu sehen, wie mehrere Menschen auf der Westminster-Brücke vor dem britischen Parlament am Boden lagen und behandelt wurden. Ein Autowrack war auf dem Fußgängerweg vor dem Zaun des Parlamentsgeländes zum Stehen gekommen. Weite Teile des Regierungsviertels wurden abgesperrt.

Der frühere polnische Außenminister Radoslaw Sikorski war Augenzeuge und veröffentliche ein Video via Twitter. Zu sehen ist darin, wie offenbar verletzte Menschen auf der Westminster Bridge liegen. „Ein Auto hat gerade auf der Westminster Bridge mindestens fünf Menschen niedergemäht“, schrieb er dazu.

Terrorattacke in London

Schock in London. Mitten im Zentrum der Hauptstadt rast ein Auto in Fußgänger entlang einer belebten Brücke. Vor dem Parlamentsgebäude attackiert der Angreifer dann einen Polizisten mit einem Messer.

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Terror in London: Was wir wissen – und was nicht

Der BBC sagte Sikorski, er habe etwas gehört, von dem er gedacht habe, dass es nur eine Kollision gewesen sei. Dann habe er durch das Fenster des Taxis geschaut und gesehen, dass jemand auf dem Boden liege. Als er weitere auf der Straße liegende Personen gesehen habe, habe er zu filmen begonnen.

Königin Elizabeth II. hielt sich während der mutmaßlichen Terrorangriffe am Londoner Parlament im Buckingham-Palast auf. Ein Palastsprecher äußerte sich nicht zu konkreten Sicherheitsmaßnahmen und verwies auf die Polizei. Die Nachrichtenagentur PA berichtete, dass die Tore geschlossen seien und bewaffnete Polizisten die Zugänge bewachten.

Der Tatort. Quelle: Google

Abstimmung über schottisches Unabhängigkeits-Referendum verschoben

Die Polizei rief Zeugen auf, Filmaufnahmen und Fotos an die Ermittler zu senden. Zugleich bat sie Augenzeugen um Zurückhaltung. Sie sollten keine Bilder und Videos von Verletzten in Umlauf bringen.

Als Reaktion auf die mutmaßlichen Terrorangriffe hat das Regionalparlament in Schottland die für Mittwochabend vorgesehene Abstimmung über ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum verschoben.

Angriffe in London am Jahrestag der Brüsseler Anschläge

Der Doppelanschlag von London ereignete sich auf den Tag genau ein Jahr nach den Terrorattacken von Brüssel. Drei islamistische Selbstmordattentäter rissen am 22. März 2016 am Flughafen und in der U-Bahn 32 Menschen mit in den Tod und verletzten mehr als 300 weitere.

Kanzlerin Angela Merkel hat bestürzt auf die mutmaßlichen Terroranschläge reagiert und den Briten Solidarität im Anti-Terror-Kampf zugesagt. „Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens“, erklärte Merkel am Mittwoch in Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte: „In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden.“

Trump sagt May volle Unterstützung zu

US-Präsident Donald Trump habe Theresa May volle Unterstützung zugesagt. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, lässt sich Trump über die Ereignisse und Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Zuvor hatte auch US-Außenminister Rex Tillerson im Namen der USA kondoliert. Die USA verurteilten diese „schrecklichen Gewaltakte, und ob sie von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt wurden, für die Opfer macht das keinen Unterschied“.

Beim letzten Terroranschlag in London hatten im Juli 2005 vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze gezündet. 56 Menschen starben, etwa 700 wurden verletzt.

Von RND/dk/abr/dpa

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