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Politik Wahl in Angola beendet Ära von Eduardo dos Santos
Nachrichten Politik Wahl in Angola beendet Ära von Eduardo dos Santos
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20:22 22.08.2017
Präsident Eduardo dos Santos tritt nach fast 38 Jahren an der Macht nicht wieder an. Quelle: dpa
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Luanda

Im südwestafrikanischen Ölstaat Angola werden am Mittwoch neun Millionen Wähler ein neues Parlament und damit auch den Nachfolger von Präsident Eduardo dos Santos bestimmen. Der 74-Jährige tritt nach knapp 38 Jahren an der Macht nicht mehr an.

Dos Santos galt als Afrikas dienstältester Staatschef nach Präsident Teodoro Obiang vom Inselstaat Äquatorial-Guinea, der sein Land seit Anfang August 1979 diktatorisch regiert – und damit etwas mehr als einen Monat länger als dos Santos.

Opposition dürfte chancenlos sein

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hielt dem scheidenden angolanischen Staatschef am Dienstag eine schlimme humanitäre Bilanz vor. Da ein Sieg von dos Santos' regierender MPLA-Partei als sicher gilt, dürfte der bisherige Verteidigungsminister João Lourenço (63) neuer Präsident werden.

Beide kennen sich seit dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal in den 1970er Jahren. Bei der letzten Wahl 2012 hatte die linksgerichtete MPLA – die portugiesische Abkürzung steht für Volksbewegung zur Befreiung Angolas – gut 72 Prozent der Stimmen bekommen, wobei es Kritik an Unregelmäßigkeiten gab.

Kaum Chancen werden der Oppositionspartei Unita eingeräumt. Sie beklagte eine fehlende Transparenz im Wahlprozess. MPLA und Unita hatten sich in einem 2002 beendeten, blutigen Bürgerkrieg jahrzehntelang bekämpft. Angola gilt als Afrikas zweitgrößter Ölproduzent.

Viele Menschen in Angola sind arm; ihr Anteil an der Bevölkerung ist im internationalen Vergleich einer der größten weltweit. Korruption und Vetternwirtschaft sind weit verbreitet; die Elite der MPLA und die Präsidentenfamilie haben großen Einfluss. Die Tochter des scheidenden Präsidenten, Isabel dos Santos, gilt als reichste Frau Afrikas.

Von RND/dpa/ap

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