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07:33 07.12.2017
Die Altstadt von Jerusalem ist in vier Viertel unterteilt. Quelle: DPA/RND
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Jerusalem

Jerusalem ist Juden, Christen und Muslimen heilig. Das macht den Streit um den Status dieser Stadt jenseits der Politik so emotional. 866.000 Menschen leben hier, davon sind 542.000 Juden und 323.700 Araber, sowohl muslimische als auch christliche. Jede Religion hat in der Altstadt nicht nur ein eigenes Viertel, sondern auch ihre heiligen Stätten. Der zentrale Ort für alle: der Tempelberg.

Hier strahlt heute der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel über Jerusalem. Er ist allerdings weder Dom noch Moschee, sondern Schrein. Die goldene Kuppel wurde über jenem Felsen errichtet, von dem aus der Prophet Mohammed dem islamischen Glauben zufolge seine Fahrt in den Himmel angetreten hat. Daneben liegt die Al-Aksa-Moschee. Zusammen sind beide Bauwerke das drittwichtigste islamische Heiligtum.

Für die Juden ist der Ort ebenfalls von höchster Bedeutung, weil dort einst zwei jüdische Tempel standen. Die Klagemauer am Fuß des Tempelbergs ist der Überrest der ehemaligen westlichen Stützmauer des zweiten Tempels, der von den Römern im Jahr 70 zerstört wurde. Zehntausende Juden aus aller Welt pilgern zur „Kotel“, um hier zu beten.

Auch im Christentum wird der Tempelberg verehrt – und zwar als jene Stätte aus dem Alten Testament, auf der Abraham von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn Isaac zu opfern, um ihn auf die Probe zu stellen.

Friedlich leben die Religionen hier nicht zusammen. Im September 2000 besuchte der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon demonstrativ den Tempelberg mit seinen islamischen Bauten. Die Palästinenser empfanden das als Provokation. Die zweite Intifada brach aus. Mehr als 3000 Palästinenser und 1000 Israelis kamen in den folgenden viereinhalb Jahren ums Leben. Im Herbst 2015 löste ein Streit um Nutzungs- und Besuchsrechte eine neue Gewaltwelle mit 350 Toten aus. Im Juli provozierten neue Sicherheitskontrollen Unruhen, bei denen vier Palästinenser starben. Ein Palästinenser erstach drei Mitglieder einer israelischen Familie.

Von dpa/rnd

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