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Politik Was wir über die Anschläge in Spanien wissen
Nachrichten Politik Was wir über die Anschläge in Spanien wissen
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09:21 18.08.2017
Quelle: imago stock&people
Barcelona

Die Tat: Gegen 17 Uhr fährt am Donnerstagnachmittag ein weißer Lieferwagen laut Augenzeugenberichten mit hoher Geschwindigkeit auf die Flaniermeile Las Ramblas. In der Mitte dieser Straße ist ein breiter Flanierbereich für Fußgänger, auf diesem rast der Transporter den Berichten zufolge im Zickzack in die Menschengruppen hinein. Nach Angaben der Zeitung „El Periódico de Catalunya“ legt der Fahrer auf den Las Ramblas gut 550 Meter zurück. Am Pla de l’Os bleibt der Van stehen, mitten auf einem bekannten Mosaik von Joan Miró. Der Fahrer flüchtet zu Fuß.

Der Tatort: Die Flaniermeile Las Ramblas ist eine knapp 1,3 Kilometer lange Promenade im Zentrum der Stadt. Sie führt von der Plaça de Catalunya im Norden bis zum Alten Hafen am südlichen Ende. Mit seinen historischen Häusern, der alten Markthalle und dem Liceu-Opernhaus sowie den Blumenhändlern und Straßenkünstlern zählt der Boulevard zu den Hauptattraktionen für Touristen. Entlang der Ramblas und in den Seitengassen befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Hostels.

Attentäter sind mit einem weißen Van in eine Menschenmenge in Barcelona gerast. Sie töteten mindestens 13 Menschen, mehr als 100 sind verletzt worden. Die Terroristen sind auf der Flucht. Sehen Sie hier die Bilder vom Anschlagsort.

Das Fahrzeug: Bei dem Tatfahrzeug handelt es sich um einen weißen Lieferwagen einer Leihwagenfirma. Ein zweiter Lieferwagen, mit dem die Attentäter womöglich hätten fliehen wollen, sei nahe Barcelona gefunden worden, schreiben die katalanischen Zeitungen „La Vanguardia“ und „El Periódico de Catalunya“ unter Berufung auf die Polizei.

Die Zahl der Opfer: Mindestens 13 Menschen wurden getötet, etwa 80 weitere wurden verletzt. Dies teilte der katalanische Innenminister Joaquim Forn am Donnerstagabend auf Twitter mit. Laut ZDF befinden sich auch drei Deutsche unter den Opfern – dies konnte das Auswärtige Amt bisher aber noch nicht bestätigen.

Der oder die Täter: Nach Angaben von Polizeichef Josep Lluís Trapero wurden zwei Verdächtige festgenommen, die in Verbindung mit dem Angriff in Barcelona stehen sollen. Einer der beiden Männer sei ein Marokkaner, der andere komme aus der spanischen Exklave Melilla, teilte die Polizei mit. Der Fahrer des Lieferwagens sei weiter flüchtig. Ein bei einer Polizeikontrolle erschossener Verdächtiger habe nach bisherigen Erkenntnissen keine Verbindungen zu der Tat gehabt. Er hatte nach Medienberichten versucht, eine Polizeikontrolle zu durchbrechen.

Die Drahtzieher: Die IS-Terrormiliz reklamiert die Bluttat für sich. Ihr Sprachrohr Amak meldete unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitsquellen, dass „Soldaten des Islamischen Staates“ beteiligt gewesen seien. Sie hätten mit der Operation auf Aufrufe reagiert, die Staaten der „internationalen Koalition“ anzugreifen. Von den Behörden in Spanien gab es dazu zunächst keine Äußerungen.

Die Flucht: Die Polizei dementiert Medienberichte, wonach sich Menschen – darunter möglicherweise auch Täter – in einem Restaurant verschanzt hätten. Niemand habe sich verschanzt, heißt es.

Polizeieinsatz in Cambrils: In der Nacht zu Freitag kam es in dem Badeort rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona zu einem weiteren Anti-Terror-Einsatz. Einsatzkräfte erschossen dabei fünf mutmaßliche Terroristen. Dies bestätigte die Polizei am frühen Freitag auf Twitter. Berichten zufolge überfuhren die Männer mehrere Zivilisten mit einem Auto. Auch sollen sie Sprengstoffgürtel getragen haben, die mittlerweile kontrolliert gesprengt wurden. Bei dem Einsatz wurden sieben Menschen verletzt, zwei davon schwer, berichtete der katalanische Zivilschutz auf Twitter. Unter den Verletzten war auch ein Polizist. Nach Angaben der Behörden besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen den Taten in Barcelona und Cambrils sowie in der Ortschaft Alcanar.

Der Vorfall in Alcanar: In der Ortschaft in der Provinz Tarragona kam am Mittwoch bei der Explosion in einem Wohnhaus ein Mensch ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Dies erklärte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero. Es gebe „klare“ Verbindungen zu dem Anschlag in Barcelona. Nach Informationen der Zeitung „El País“ sollen dort etwa 20 Gasflaschen gelagert worden sein. In dem Wohnhaus in der Ortschaft mit knapp 10.000 Einwohnern sei der Anschlag von Barcelona vermutlich vorbereitet worden, berichtete das Blatt unter Berufung auf die katalanische Polizei.

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Aktuelle Informationen und Entwicklungen nach dem Terroranschlag in Barcelona finden Sie in unserem Liveblog.

Von RND/dpa

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