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Nachrichten Politik Was wird aus den Obamas?
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15:20 16.11.2016
Bye, bye, Mister President: Barack Obama vor dem Weißen Haus in Washington. Ab Januar wird hier Donald Trump übernehmen. Quelle: Pete Souza/ White House
Washington

Eigentlich wollte er es ruhig angehen lassen, nachdem sein Nachfolger als Präsident übernommen hat: US-Präsident Barack Obama wird Donald Trump nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ allerdings umfangreicher beraten als zunächst geplant. Obama habe beim bisher ersten Treffen mit Trump am 10. November erkannt, dass der Republikaner mehr Orientierung brauche als gedacht. Präsidentenberater statt Privatmensch. Es ist abzuwarten, wie lange Obama da mitzieht.

Den Angaben zufolge schien der künftige US-Präsident überrascht von der Breite des Aufgabenspektrums. Gleiches habe für sein Team gegolten. So seien sie sich nicht bewusst gewesen, dass der gesamte Stab des Präsidenten im West Wing mit dem Ende der Amtszeit Obamas ausgetauscht werden müsse.

Wie das Blatt weiter schreibt, habe sich Trump vor einem Wahlsieg mit der Organisation der Machtübergabe nicht abgeben wollen. Trumps Team wollte zu diesem Bericht keine Stellungnahme abgeben.

Wird aus Präsident Obama bald Professor Obama?

Hat Obama Trump erst einmal eingeführt, wird er sich zurückziehen. Zumindest lässt seine Zurückhaltung in den Äußerungen über seine Zukunft darauf schließen. Einzig klar scheint bislang, dass er sich nach dem Ende seiner Amtszeit um seine Familie kümmern will. Seine Töchter und seine Ehefrau Michelle hätten „viele Opfer bringen müssen wegen meiner verrückten Ideen, wie das Bewerben für politische Ämter“, sagte er 2013 dem Fernsehsender ABC scherzhaft.

Mit ähnlich viel Humor hat er sich auf die Suche nach einem neuen Job gemacht:

So gut wie sicher ist, dass sich Barack Obama an seine Autobiografie setzen wird. Außerdem scheint er Interesse an einer Professur zu haben. Er liebe es zu lehren und er vermisse den Hörsaal und den Austausch mit den Studenten, sagte der scheidende Präsident dem „New Yorker“.

Anders als andere Präsidenten wird er mit seiner Familie in Washington bleiben. Man will den Alltag der Kinder nicht zu stark verändern. Erst vor kurzem sagte Michelle Obama, dass allein der Auszug aus dem Weißen Haus schwer für die Kinder werde. Sie seien immerhin dort aufgewachsen,

New York statt Chicago

Seine enge Verbindung zu Chicago hat Barack Obama aber nicht vergessen. 2015 teilte er mit, dass er seine Präsidentenbibliothek im Chicagoer Problemviertel South Side bauen lassen wolle. „Alle Stränge meines Lebens kamen zusammen und ich wurde wirklich ein Mann, als ich nach Chicago zog“, sagte der Präsident in der „Welt“. In Amerika hat es Tradition, dass ehemalige Präsidenten eine Bibliothek mit angegliedertem Museum bekommen. Dort soll das politische Lebenswerk Obamas gepflegt werden.

Ein Umzug der Obamas nach Chicago scheint für Insider indes ausgeschlossen. Viel mehr ziehe es Michelle und Barack Obama nach New York.

Und was macht die First Lady, Michelle Obama?

Kurz nach der Wahl Donald Trumps zum designierten Präsidenten der Vereinigten Staaten am 8. November schlugen die enttäuschten Clinton-Wähler bereits einen Kandidaten für die Wahl im Jahr 2020 vor – Michelle Obama.

Unter dem Hashtag #michelle2020 formierte sich beim Kurznachrichtendienst Twitter der Wunsch, die Frau des scheidenden US-Präsidenten Brack Obama wieder im Weißen Haus zu sehen – und zwar als erste Präsidenten Amerikas. „Liebe Michelle, ich weiß, dass du mit dem Weißen Haus abschließen willst, aber wir werden dich brauchen“, schrieb der US-Schauspieler Eric Balfour.

„Genug ist genug“

Bereits im März wies Obama die Forderung aus Rücksicht auf ihre beiden Töchter entschieden zurück. „Ich werde nicht als Präsidentin kandidieren. Genug ist genug“, sagte sie auf einem Festival im US-Bundestaat Texas. Es gebe so viele Wege, die Welt zu beeinflussen, dazu müsse man nicht Präsidentin der Vereinigten Staaten sein. Möglicherweise könne man ohne die Einschränken und Kameras mehr bewegen, erklärte sie weiter. Nach der achtjährigen Amtszeit ihres Mannes werde sie sich weiter für Kinder und deren Gesundheit einsetzen – sie hatte unter anderem die Kampagne „Let’s Move“ gegen Übergewicht bei Kindern gestartet sowie „Reach Higher“ initiiert. Das Projekt soll junge Menschen von höherer Bildung überzeugen.

Vor allem unter den Trump-Gegnern erfreute sich die First Lady zuletzt großen Zuspruchs. Immer wieder griff sie den künftigen Präsidenten an – ohne seinen Namen direkt zu nennen: „Ein Präsidentschaftskandidat hat sich mit sexuellen Übergriffen auf Frauen gebrüstet. Es hat mich zutiefst erschüttert. Das können wir nicht ignorieren“, sagte sie.

Ab Januar wird im Hause Obama aber erst einmal Ruhe einkehren. Beide werden hinter den Kulissen agieren. Und wenn ihnen die große Bühne fehlt, sind sie sicher auf allen roten Teppichen dieser Welt willkommen. Und wer weiß, vielleicht finden sich ja noch andere politische Ämter für einen Obama, als das des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Bye, bye, Mister President.

Von RND/fw/are/dpa

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