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Nachrichten Politik Weiter Kritik an Kölner Polizei wegen Begriff „Nafri“
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07:34 02.01.2017
Nach dem Einsatz rund um die Silvesterfeiern ist die Kölner Polizei für die Bezeichnung „Nafris“ für Nordafrikaner kritisiert worden. Quelle: imago
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Berlin

Grünen-Chefin Simone Peter hat sich kritisch über die Art und Weise des Einsatzes der Kölner Polizei bei den Silvesterfeierlichkeiten geäußert. „Das Großaufgebot der Polizei in Köln und anderen Städten hat Gewalt und Übergriffe in der vergangenen Silvesternacht deutlich begrenzt“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Allerdings stelle sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, „wenn insgesamt knapp 1000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden“, sagte Peter.

Nach den zahlreichen Übergriffen auf Frauen in Köln im vergangenen Jahr wollte die Polizei in der Domstadt unbedingt verhindern, dass sich so etwas diesmal wiederholt. Nach ihrer eigenen Einschätzung gelang dies „durch konsequentes Einschreiten“, wie Polizeipräsident Jürgen Mathies am Sonntag gesagt hatte. In der Silvesternacht vor einem Jahr hatte es in Köln und anderen Städten massenhaft sexuelle Übergriffe auf Frauen gegeben. Die Verdächtigen und Verurteilten waren überwiegend Nordafrikaner. In diesem Jahr setzten Polizisten am Kölner Hauptbahnhof mehrere hundert verdächtige Männer fest, vornehmlich nordafrikanischer Herkunft.

Polizei wird für Bezeichnung „Nafri“ kritisiert

Polizeipräsident Mathies hatte in diesem Zusammenhang gegen den Vorwurf des „racial profiling“ verwahrt, womit ein gezieltes polizeiliches Vorgehen nach ethnischen Gesichtspunkten bezeichnet wird.

Grünen-Chefin Peter schloss sich zudem der Kritik an der Verwendung des Begriffs „Nafris“ für Nordafrikaner an, wie ihn die Kölner Polizei auf Twitter am Silvesterabend benutzt hatte (den Tweet finden Sie hier). „Völlig inakzeptabel ist der Gebrauch von herabwürdigenden Gruppenbezeichnungen wie ’Nafris’ für Nordafrikaner durch staatliche Organe wie die Polizei“, sagte Peter.

Auch auf Twitter wurde über den Begriff diskutiert. „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nafri und Neger?“, fragte TV-Moderator Jan Böhmermann. „2017 ist nicht mal 24 Stunden alt und schon haben wir das Unwort des Jahres“, schrieb ein anderer Nutzer. Viele Menschen hatten dagegen kein Problem mit der Bezeichnung „Nafri“ für Nordafrikaner. „Polizei verhindert Szenen wie letztes Jahr und wird kritisiert wegen Durchgreifens gegen Nafris – in was für einem Irrenhaus leben wir hier?“, meinte ein Twitter-Nutzer.

Wendt verteidigt Polizei für Silvester-Einsatz

Am Sonntag hatte sich Polizeipräsident Mathies auch zu der Diskussion geäußert. Seiner Einschätzung nach hätte der Begriff „Nafri“ besser nicht nach außen verwendet werden sollen. Eine Häufung an Straftaten von Personen aus dem nordafrikanischen Raum lasse sich aber nicht bestreiten, und dafür müsse dann polizeiintern auch ein Begriff gefunden werden. Mathies betonte, dass die allermeisten in Deutschland lebenden Nordafrikaner natürlich keine Straftäter seien.

Rückendeckung bekam die Kölner Polizei vom Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. „Die Sicherheitskräfte in Köln haben hervorragende Arbeit geleistet und schwere Straftaten verhindert“, sagte er der „Huffington Post“. Auch den Vorwurf des „racial profiling“ wies er zurück.

Von dpa/RND/wer

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