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Politik Weiteres Schiff einer deutschen Hilfsorganisation blockiert
Nachrichten Politik Weiteres Schiff einer deutschen Hilfsorganisation blockiert
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15:10 03.07.2018
Malta: Das Flüchtlings-Rettungsschiff "Sea-Watch 3" liegt festgemacht im Hafen Grand Harbour von Valletta. Quelle: Sea Watch e.V./dpa
Valletta

Das Flüchtlings-Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ wird in Malta festgehalten, obwohl es als niederländisches Seeschiff registriert voll berechtigt sei, die niederländische Flagge zu führen, wie die Berliner Organisation auf ihrer Homepage mitteilt. Die fehlende Erlaubnis zum Auslaufen sei damit „eine politische Offensive zur Beendigung der zivilen Rettung auf See“.

Pia Klemp, Kapitänin der „Sea-Watch 3“, sagte laut Hilfsorganisation: „Es gibt bisher keinen Rechtsgrund, der die Festsetzung unseres Schiffes rechtfertigen würde. Wir erwarten, dass die Behörden uns sofort auslaufen lassen.“

Kapitän Reisch gegen Kaution frei

Am Montag hatte ein Gericht in der maltesischen Hauptstadt Valletta entschieden, dass der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, gegen eine Kaution von 10.000 Euro in Malta auf freien Fuß gesetzt wurde. Allerdings darf der 57-Jährige die Insel nicht verlassen. Die Verhandlung soll am Donnerstag fortgesetzt werden.

Die „Lifeline“ hatte Migranten vor Libyen gerettet und war danach fast eine Woche auf hoher See blockiert, bis sie Valletta anlaufen durfte. Malta wirft der Dresdner Organisation Mission Lifeline vor, das Schiff sei nicht ordentlich registriert gewesen. Zudem habe der Kapitän die Anweisungen italienischer Behörden ignoriert, die Rettung der libyschen Küstenwache zu überlassen.

100 Menschen ertrunken

Im Moment gibt es Sea-Watch zufolge im Einsatzgebiet keine geeigneten Schiffe mehr. Während die Rettungskräfte im Hafen blockiert werden, seien die vergangenen Tage „zu den tödlichsten in diesem Jahr“ geworden. Laut UNHCR gebe es weitere 63 Vermisste, am Freitag seien mehr als 100 Menschen ertrunken.

Von RND/dpa