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Nachrichten Politik Wer hat Schuld an der Tragödie von Duisburg?
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11:00 04.12.2017
„Ein Jahr lang ging ich ziellos umher“: Manfred Reißaus hat in Duisburg seine junge Tochter Svenja verloren. Quelle: dpa
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Duisburg

Manfred Reißaus ist Svenjas Vater. Svenja ist bei der Loveparade getötet worden: „Es gibt einen lilafarbenen Schal, der Svenja gehörte. Den ziehe ich manchmal an, dann fühle ich mich ihr näher. Manchmal schreibe ich ihr auch Briefe. Darüber, wie sehr ich sie vermisse. Und manchmal auch, dass ich sauer bin, dass sie mich einfach verlassen hat.“

Katrina Meyer ist Krankenschwester. Sie hat bei der Loveparade Verletzte versorgt und Opfer reanimiert: „Ich bin froh, dass es mir heute wieder so geht, wie es mir geht. Mein Therapeut hat mir abgeraten, weiter als Krankenschwester zu arbeiten. Aber mich erfüllt mein Beruf, auch wenn mich die Tätigkeit auf der Intensivstation immer wieder in Situationen bringt, die mich an den Tag damals erinnern.“

Hanui Huang lebt in China. Seine Frau war auf Geschäftsreise in Deutschland, als sie bei der Loveparade ums Leben kam: „Für mich war Deutschland immer ein Land der Perfektion und der Humanität. Umso enttäuschter war ich, dass es so lange Zeit keinen Prozess gab. Das habe ich nicht verstanden.“

Jörn Teich, Überlebender und Mitbegründer der Stiftung Duisburg 24.7.2010. Quelle: dpa

Jörn Teich wurde als Besucher bei der Loveparade verletzt. Er versucht noch sieben Jahre danach, Menschen zu helfen, die wie er selbst von den Ereignissen traumatisiert sind: „Ich habe die Namen und Nummern von mehr als 400 Betroffenen in meinem Handy. Die rufen mich an, stehen vor meiner Tür, manchmal will auch jemand bei mir übernachten. Aber es ist ja auch mein Unglück. Es gibt Tage, an denen reicht schon das Wort Duisburg, um bei mir eine Panikattacke auszulösen. Der Prozess macht wieder alles so gegenwärtig. Ich komme mir vor wie kurz nach dem Unglück.“

Der Prozess: 10 Menschen sind angeklagt

Am Freitag beginnt in Düsseldorf der Prozess um das Loveparade-Unglück. 21 Menschen aus sechs Ländern verloren am 24. Juli 2010 in Duisburg ihr Leben. Sie wurden erdrückt, als am einzigen Eingang zum Gelände des Technofests zu viele Menschen gleichzeitig auf eine enge Rampe drängten. Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg sowie vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Die Anklage stützt sich vor allem auf ein Gutachten, das Veranstaltern und Genehmigungsbehörde Fehler attestiert.

„Um 17.02 Uhr wurden erste Todesfälle gemeldet“: Festivalbesucher fliehen, als im Gedränge Tausender Menschen im engen Zugangstunnel zum Loveparade-Gelände eine Panik ausbricht. Quelle: dpa

Prozess unter Zeitdruck

Es wird ein Prozess der besonderen Dimensionen – deshalb ist das Landgericht Duisburg für das an diesem Freitag beginnende Verfahren um die Loveparade-Katas­trophe auf einen Messesaal im Düsseldorfer Congress Center ausgewichen. Mehr als 100 Nebenkläger sind in dem Prozess zugelassen. Rund 350 Zuschauer und Journalisten sollen das Geschehen im Saal verfolgen können.

Das Gericht muss eine schwierige Frage klären: Wem kann eine konkrete Schuld daran nachgewiesen werden, dass es am 24. Juli 2010 an der Rampe zum ehemaligen Güterbahnhof in Duisburg zu einer Massenpanik kam, bei der 21 junge Menschen aus Deutschland, Spanien, Italien, Australien, den Niederlanden und China zu Tode kamen. Angeklagt sind zehn Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters Lopavent, denen die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorwirft. Erstmals erhob die Staatsanwaltschaft 2014 Anklage, das Landgericht lehnte sie jedoch 2016 ab. Nach Beschwerden von Opferanwälten und Staatsanwaltschaft ließ das Oberlandesgericht die Anklage in diesem Jahr schließlich zu.

Der Prozess findet unter erheblichem Zeitdruck statt: Gibt es bis zum 24. Juli 2020 kein Urteil, gelten die Taten als verjährt. Die Sorge vieler Betroffener und ihrer Anwälte ist deshalb groß, dass die Verteidiger der Angeklagten den Prozess zu verzögern versuchen. Bislang hat das Gericht 111 Verhandlungstage bis Dezember 2018 anberaumt.

Die Betroffenen und ihre Anwälte erhoffen sich von einer Verurteilung zudem ein wichtiges Signal für die noch offenen Schmerzensgeldansprüche. Die Axa-Versicherung beteuert gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, „rund 90 Prozent der Schadensfälle mit den Anspruchstellern oder deren Anwälten geklärt und, soweit die Ansprüche nachvollziehbar und berechtigt waren, auch reguliert“ zu haben.

Demgegenüber betont Opferanwalt Julius Reiter, dass viele Ansprüche seiner Mandanten noch nicht geregelt seien. Die Angebote der Axa hätten sie nicht akzeptieren können, betont Reiter. „Da wurden zum Beispiel 2500 Euro für den Tod eines Kindes angeboten – eine fast zynisch wirkende Summe.“

Reiter fordert den Gesetzgeber auf, höhere Summen festzuschreiben. Auch die jetzt bereits diskutierten 50 000 Euro seien jedoch in solchen Fällen zu niedrig.

Jürgen Gerlach, Gutachter der Universität Wuppertal, ist sicher: „Die geplanten Maßnahmen, die dazu dienen sollten, Gefahren bei etwaigen Kapazitätsüberschreitungen zu vermeiden, waren nach derzeitigem Kenntnisstand für eine effektive Gefahrenabwehr angesichts der zu erwartenden Größenordnungen der Kapazitätsüberschreitungen nicht hinreichend geeignet.“

Julius Reiter, Anwalt: „Es gab massive Planungsfehler“ Quelle: dpa

Der Rechtsanwalt Prof. Julius Reiter vertritt rund 100 Nebenkläger: „Die Betroffenen und die Angehörigen der Opfer erhoffen sich nach einer Hängepartie von sieben langen Jahren vor allem endlich weitere Aufklärung. Dies kann dieser Prozess auch leisten. Es ist natürlich ärgerlich, dass die Rolle der Polizei nicht eingehend beleuchtet wird, weil sie nicht auf der Anklagebank ist. Aber ich bin optimistisch, dass es zu Verurteilungen kommen wird. Es gab massive Planungsfehler und vom Veranstalter nicht erfüllte Auflagen.“

Philip von der Meden ist Anwalt eines Beschuldigten: „Der von uns vertretene Angeklagte hofft, dass der Albtraum, der seit Jahren durch eine unberechtigte Anklage auf ihm lastet, sein Ende findet. Wir wissen aus den umfangreichen Ermittlungen, dass die Tragödie durch eine Verkettung unglücklicher Umstände und Verhaltensweisen ausgelöst wurde, bei denen auch andere beteiligt waren. In diese Richtung weist auch das neue Gutachten. Strafverfahren können individuelle Schuld feststellen. Sie sind aber weder dazu da, historische Geschehen objektiv aufzuarbeiten noch moralische Fragen zu beantworten. Man hätte dazu einen Untersuchungsausschuss einsetzen können. Das ist unterblieben, offenbar weil eine umfassende Klärung von politischer Seite nicht gewünscht war.“

Die Katastrophe: 21 junge Menschen sterben

Die Loveparade in Duisburg ist für alle Technofans eine lang ersehnte Party. Gegen 12 Uhr, mit einstündiger Verspätung, geben die Veranstalter das Gelände auf dem ehemaligen Duisburger Güterbahnhof frei. 20 000 Menschen drängen sofort auf die Fläche. In den nächsten Stunden wird der Andrang auf der Rampe zum Gelände immer größer. Zäune werden eingerissen, Menschen fallen in Ohnmacht, Sanitäter werden gerufen, Polizeiketten gebildet. Um 15.58 Uhr ruft ein Ordner per Funk um Hilfe: „An der Sperrstelle Ost knallt es gleich, wenn die Polizei nicht eingreift.“

Jörn Teich ist mit seinem Kind im Chaos gefangen: „Ich hatte meine vierjährige Tochter auf den Schultern, Lena Mia. Ich wollte ihr nur kurz mal all die tanzenden Menschen zeigen. Die Ordner ließen uns über einen Rettungsweg auf das Gelände. Aber als ich mit ihr wieder zurück wollte, ließ uns die Polizei nicht mehr durch. Und dann wurde ich ein Teil der Masse …“

Katrina Meyer ist mittendrin: „Die Gewalt der Masse war unglaublich. In der Enge im Tunnel wurde ich hin- und hergedrückt. Die Beine waren woanders als der Oberkörper. Ich konnte meinen Kopf nicht mehr bewegen, weil mein Zopf eingeklemmt war. Ich bekam keine Luft mehr. Irgendwann, auf der Rampe, war ich total schlapp, nur noch müde.“

Im Gutachten von Jürgen Gerlach, auf das sich die Anklage stützt, steht: „Ab etwa 16.37 Uhr waren starke Wellenbewegungen bzw. Massenturbulenzen zunächst am südlichen Lichtmast, dann mittig der Rampe und ab 16.44 Uhr im gesamten unteren Rampenbereich bis hin zur Karl-Lehr-Straße zu verzeichnen. Um 16.49 Uhr sind Personen auf der Rampe Ost nahe der schmalen Treppe gefallen. Durch die Wellenbewegungen der Menschenmassen kamen weitere Personen zu Fall, sodass diese ineinander verkeilt in mehreren Schichten übereinander lagen. Um 17.02 Uhr wurden erste Todesfälle gemeldet.“

Katrina Meyer, Überlebende und Retterin Quelle: PicasaPicasa

Katrina Meyer versucht zu helfen: „Eine Frau habe ich aus dem Gedränge gezogen. Als ich dann bewusstlose Menschen dort liegen sah, habe ich mich als Krankenschwester zu erkennen gegeben. Ein Rettungssanitäter gab mir seine Jacke. Ich habe mich zunächst um einen Bewusstlosen gekümmert. Dann habe ich zusammen mit einem anderen Helfer eine junge Frau reanimiert, eine Spanierin, wie sich später herausstellte. Als wir sie einem Rettungswagen übergeben hatten, habe ich mich auf die Suche nach meiner Freundin gemacht, die ich im Gedränge verloren hatte. Ich sah Leichen unter Tüchern, ich war fassungslos. Meine Freundin erreichte ich später, als die Netze wieder funktionierten, mit dem Telefon eines Sanitäters.“

Jörn Teich nimmt kaum noch etwas wahr: „Ich muss neben Leichen gestanden haben, aber ich erinnere mich nicht. Ich habe nur noch Bruchstücke in meinem Gedächtnis. Hände, die nach mir und meiner Tochter griffen. Als ich draußen war, hatte ich vier gebrochene Rippen, meine Kleidung war zerfetzt.“

Manfred Reißaus sucht seine Tochter: „Svenja ging nicht an ihr Handy. Am Sonntagmorgen erreichte ich dann endlich jemanden bei der Stadt in Duisburg. Alle Toten seien identifiziert, alle Angehörigen verständigt, hieß es. Da war ich wahnsinnig erleichtert. Ich fuhr dann mit meiner Freundin nach Duisburg, Krankenhäuser abklappern, wahrscheinlich lag sie irgendwo verletzt. Am Nachmittag hatte ich die Faxen dicke, ich fuhr zum Polizeipräsidium. Die stellten mir dann Fragen. Wie groß sie ist. Welche Kleidung sie trug. Da stellte sich dann heraus, dass die Auskunft vom Morgen ein fataler Irrtum war. Noch am Nachmittag musste ich meine Tochter identifizieren.“

Das Leben danach: Ein langer Weg zur Heilung

Viele der 650 Verletzten, der Eltern und Geschwister der Toten erlitten posttraumatische Belastungsstörungen, manche wurden berufsunfähig, konnten nicht mehr arbeiten, leben inzwischen von Hartz IV.

Manfred Reißaus fühlt sich hilflos: „Gerade die erste Zeit war hart. Wir fühlten uns von allen alleingelassen. Ich bin Malermeister, hatte einen kleinen Betrieb. Aber an Arbeiten war erst mal nicht zu denken, da ging nichts. Ein Jahr lang ging ich ziellos umher. Dann habe ich es wieder versucht. Es ging nicht. Den Betrieb habe ich verkauft, wir leben vom Gehalt meiner Lebensgefährtin. Ich stehe mit nichts da.“

Jörn Teich bricht zusammen: „Ich bin nach dem Unglück wieder zu meinen Eltern gezogen. 36 war ich da. Ich bekam meinen Alltag nicht mehr hin, zitterte, hatte Angstattacken, Konzentrationsstörungen. Vier Jahre nach der Katastrophe hatte ich einen Herzinfarkt, später einen zweiten. Ich hätte das Blumengeschäft meiner Eltern übernehmen sollen. Das war nun undenkbar.“

Der Pfarrer Jürgen Widera ist Ombudsmann der Stadt Duisburg, Ansprechpartner für die Opfer: „Viele Betroffene und Angehörige hat die Katastrophe total aus der Bahn geworfen. Die brauchen bis heute Therapien. In unseren Beratungen geht es zunehmend um soziale Absicherung, um Berufsunfähigkeit und Rentenanträge.“

„Nach der Loveparade kamen Einsatzkräfte noch zwei Jahre danach zu mir“: Retter, Helfer, Polizisten erleben gespenstische Szenen an der Rampe. Quelle: dpa

Polizeiseelsorger Folkhard Werth hilft den Helfern: „Polizisten fällt es oft schwer, psychische Probleme nach einem Einsatz zuzugeben. Nach der Loveparade kamen sie aber noch zwei Jahre danach zu mir. Die litten unter dem Ohnmachtsgefühl, zu sehen, wie Menschen zu Schaden kamen, und als Einzelne nichts tun zu können. Andere, die etwa an Zäunen standen, hatten Todesangst, wenn Hunderte Menschen in Panik auf sie zukamen. Oder da war der junge Polizist, Anfang 30, der Leute abweisen musste, die auf dem Gelände ihren Freund oder ihre Freundin suchen wollten. Er wusste, er hätte dasselbe gemacht, er verstand deren Panik, und musste sie wegschicken. Das hat ihn extrem belastet.“

Jörn Teich wird aktiv, engagiert sich als Gründungsmitglied der Stiftung Duisburg 24.7.2010 für die Opferhilfe: „Ich habe Eltern herumgeführt und ihnen gezeigt, wo ihre Kinder gestorben sind. Ich bin mit Betroffenen wieder durch den Tunnel gegangen, um ihre Angst zu bekämpfen. Ich habe mit so viel Leid zu tun. Ob mir das selbst guttut? Ich weiß es nicht. Aber ich kann helfen. Das ist mir wichtig.“

Manfred Reißaus braucht das Gefühl, nicht allein zu sein: „Seit drei Jahren mache ich eine Therapie. Ich engagiere mich auch im Beirat der Stiftung. Manchmal treffen wir uns mit anderen Eltern, die ihre Kinder verloren haben, auch aus Spanien oder Italien. Das sind gute, wichtige Treffen. Wir wünschen uns nur, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt.“

Katrina Meyer kämpft für ihr Leben: „Ich war zweimal mehrere Wochen in Therapie. Ich musste anerkennen, dass ich nicht einfach so weitermachen konnte. Aber ich arbeite wieder, habe zwei Kinder, habe für unsere Feuerwehr ein Psychosoziales Unterstützungsteam aufgebaut, um ihnen nach schweren Einsätzen Hilfe anzubieten. Ich engagiere mich auch bei der Loveparade-Stiftung. Aber ich wollte nicht, dass diese Katastrophe mein Lebensinhalt wird.“

Hannui Huang hat in Duisburg seine Frau verloren. Quelle: privat

Hanui Huang ist nach dem Tod seiner Frau berufsunfähig, hat kein Einkommen mehr. Er lebt mit seinem Sohn vom Erlös des Verkaufs seiner Wohnung: „Ich bin froh, dass dieser Prozess endlich beginnt. Ich bin auch Nebenkläger. Aber ich werde zum Auftakt nicht kommen können. Die Reise ist zu teuer, und es gibt keine Hilfen vom Land oder anderen Stellen.“

Die Symbolfiguren des Unglücks

Für viele Betroffene sind sie die Symbolfiguren dieses Unglücks: Der Veranstalter Rainer Schaller, Geschäftsführer der Fitnesskette McFit, und Adolf Sauerland, damals Oberbürgermeister von Duisburg. Beide sind in dem Prozess jedoch nicht angeklagt.

Schaller hat vor einem Jahr eine „moralische Verantwortung“ eingeräumt. Eine Interviewanfrage lehnt er jetzt ab. Seine Pressestelle schickt stattdessen ein Zitat Schallers: „Ich bin froh, dass es einen Prozess geben wird, und vertraue auf das Rechtssystem. Dieses wird Klarheit darüber bringen, was damals wirklich geschah. Menschen haben Fehler gemacht.“

Auf die Nachfrage, ob er sich selbst zu den Menschen zählt, die Fehler gemacht haben, teilt seine Sprecherin mit, Zusatzfragen würden „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht beantwortet.

Gedenken ohne Gerechtigkeit? Eine Plakette soll in Duisburg das Andenken an die Toten ehren. Quelle: dpa

Adolf Sauerland wurde 2012 von den Duisburgern abgewählt. Heute verkauft er Urlaubsfahrten im familieneigenen Reisebüro. Auf Anfragen reagiert er nicht. Im einzigen Interview hat er vor einem Jahr beteuert, er habe „so eine Veranstaltung nie in Duisburg haben wollen“.

Katrina Meyer hat eine knappe Antwort: „Ich finde, dass diejenigen, die gefeiert worden wären, wenn die Veranstaltung ein Erfolg geworden wäre, jetzt auch die Verantwortung tragen müssten, wo sie zur Katastrophe wurde.“

Keiner weiß, welche Wunden der Prozess aufreißen wird. Die Stiftung Duisburg 24.7.2010 wird an sämtlichen Tagen im Gerichtssaal ein Notfallseelsorgeteam im Einsatz haben.

Manfred Reißaus, Svenjas Vater, wird auch da sein: „Das Urteil ist nicht entscheidend. Ich möchte den Leuten in die Augen sehen, die für den Tod meiner Tochter mitverantwortlich sind. Sie sollen es einfach nicht vergessen. Ich möchte meinen inneren Frieden wiederfinden. Ich hoffe, dass der Prozess dabei hilft.“

Von Thorsten Fuchs / RND

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