Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Politik Westen fordert freien Abzug für Menschen aus Ost-Aleppo
Nachrichten Politik Westen fordert freien Abzug für Menschen aus Ost-Aleppo
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:15 10.12.2016
Westliche Staaten fordern freien Abzug für Menschen aus Ost-Aleppo. Quelle: AFP
Anzeige
Paris

Die Teilnehmer der internationalen Syrien-Konferenz in Paris haben mit Nachdruck eine Feuerpause für Aleppo gefordert. „In Aleppo und anderswo müssen die Kämpfe aufhören“, sagte der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault am Sonnabend. „Die humanitäre Hilfe muss all diejenigen erreichen, die sie brauchen.“

Das Treffen wurde gemeinsam von Ayrault sowie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und ihrem katarischen Kollegen Mohammed Al-Thani geleitet. Steinmeier sagte: „Das Leid der Menschen in Aleppo ist unermesslich.“ Es sei deshalb „moralische und rechtliche Pflicht“, dieses Leid zu mindern. „Wir fordern das Regime, aber auch den Iran und Russland auf, Menschen aus der Kampfzone gehen zu lassen“, sagte Steinmeier.

Kerry wirft syrischer Führung Kriegsverbrechen vor

An der Konferenz nahmen auch US-Außenminister John Kerry, Vertreter der Türkei, der EU sowie mehrerer arabischer Staaten teil, welche die Gegner der syrischen Regierung unterstützen. Kerry betonte, ein Fall der nordsyrischen Stadt Aleppo sei nicht das Ende des Bürgerkriegs. Er warf der syrischen Führung Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. „Die rücksichtslosen Bombardierungen durch das Regime sind eine Verletzung des Rechtsgrundatzes und – in vielen Fällen – Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.“

Die Teilnehmer des Treffens forderten erneut eine Wiederaufnahme der Gespräche über eine Verhandlungslösung. Die syrischen Rebellen seien dazu ohne Vorbedingungen bereit, sagte Frankreichs Chefdiplomat Jean-Marc Ayrault. Das habe das Oberhaupt des Hohen Verhandlungskomitees der syrischen Opposition, Riad Hidschab, erklärt.

Die UN-Vollversammlung hatte am Freitag mit breiter Mehrheit eine sofortige Waffenruhe in Syrien gefordert. 13 Länder, unter ihnen Russland, China und der Iran, stimmten gegen die Resolution.

Die Regierungstruppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und deren Verbündete haben inzwischen rund 85 Prozent des von Aufständischen belagerten Ostteils von Aleppo zurückerobert.

Von dpa/afp/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige