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Politik Wieso konnte Dschaber al-Bakr entkommen?
Nachrichten Politik Wieso konnte Dschaber al-Bakr entkommen?
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17:40 09.10.2016
Hätte die Polizei den gesuchten Dschaber al-Bakr am Sonnabend festnehmen können? Quelle: dpa
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Dresden

Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) hat das Vorgehen der Polizei beim Anti-Terror-Einsatz am Sonnabend in Chemnitz verteidigt. Während der Vorbereitungen bemerkten die Beamten eine Person im Haus, sagte Sprecher Tom Bernhardt. Der Gesuchte habe sich schnell bewegt und sei trotz eines Warnschusses aus dem Sichtfeld weggelaufen. „Wir konnten keinen Zugriff auf die Person nehmen und mussten in der Folge davon ausgehen, dass sich die Person wieder in die Wohnung bewegt hat.“

LKA-Sprecher Bernhardt: „Wir konnten kein Risiko eingehen“

Die Einsatzkräfte seien dem Tatverdächtigen dann nicht einfach gefolgt, weil „es unklar war, ob der Mann Sprengstoff und einen Zünder bei sich hat“, erklärte Bernhardt weiter. Das bis dahin noch nicht evakuierte Haus hätte auch in die Luft fliegen können. „In so einer Situation können wir nicht ins Risiko gehen.“ Und weiter: „Wir wussten nicht, wann eine Detonation ausgelöst wird. Ob es irgendwie eine Sprengfalle in der Wohnung oder im Umfeld gab. Wir müssen uns hier immer wieder vergegenwärtigen, wir reden von einem Wohngebiet, was sehr stark besiedelt ist.“

Während die Einsatzkräfte den Zugriff vorbereiteten, flüchtete Dschaber al-Bakr offenbar aus der Fritz-Heckert-Plattenbausiedlung – entgegen der Annahme der Polizei war er nicht wieder ins Haus hinein gegangen. Außenstehende würden deshalb vielleicht von einer Panne sprechen, sagte Bernhardt. Aus Sicht des LKA handle es sich aber um einen erfolgreichen Einsatz.“ Wie er entkommen ist, sei unklar.

Unterstützung erhielt die Polizei von Sachsens Innenminister Markus Ulbig. Er lobte die Einsatzkräfte für ihr „schnelles und besonnenes Handeln in dieser brisanten Situation“. „Die Gefahr für die Bevölkerung vor Ort konnte damit gebannt werden“, sagte Ulbig. „Zusammen mit anderen Sicherheitsbehörden fahnden wir nun unter Hochdruck nach dem flüchtigen Terrorverdächtigen.“

Von dpa/RND/wer

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